Blutige Bilanz

191 Tote auf der steirischen B320 seit 1986

Steiermark
01.08.2008 19:01
Wasser auf den Mühlen der Ennstrassen-Befürworter dürfte die jüngste B320-Opferbilanz sein, die der "Krone" exklusiv vorliegt: Allein zwischen 1986 und 2008 starben auf der Bestandsstraße zwischen Liezen und der Salzburger Landesgrenze 191 Menschen. Weitere 15 Jahre zurückgerechnet sind es gar 300.

Seit dem Jahr 1971 wird wegen der Straßenmisere im obersteirischen Ennstal debattiert, verhandelt, gestritten. Gegner des gewaltigen Infrastrukturprojektes fürchten um Lebensqualität, Natur und Fauna.

Dass schon genug Blut auf der "überforderten" B320 geflossen sei, monieren hingegen - unter etlichen anderen Aspekten - die Befürworter. Aktuelle Statistikzahlen untermauern nun diesen Standpunkt.

"Seit 1986 mussten wir auf dem nur 70 Kilometer langen Straßenstück 191 Tote verzeichnen. Im Vergleich: 2007 kamen im gesamten Land 115 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben", weiß Peter Felber, Leiter des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. Rechnet man die Schätzungen der früheren Jahre hinzu (erst seit '86 wird die Strecke statistisch erfasst), kommt man auf rund 300 Tote und 5.000 Verletzte.

Risiko-Überholer
Wie es zu solchen "Horrorzahlen" kommen kann? Felber: "Ob der nur kurzen Überhol-Möglichkeiten kommt es hier leider oft zu schlimmen Frontalzusammenstößen."

Wer sich zur Sicherheit auf Straßen bekennt, müsse für einen B320-Ausbau sein: "Die Statistik belegt es ganz klar - auf einer Schnellstraße ist man dreimal sicherer als auf einer Bundesstraße unterwegs!"

von Barbara Winkler, "Steirerkrone"
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