Fr, 22. Juni 2018

Hundeattacke

22.06.2008 15:18

"Ich lag am Boden und kämpfte um mein Leben!"

Eine 18-jährige Hundebesitzerin musste sich am Freitag vor Gericht verantworten. Ihr Tier hatte im März eine Pensionistin im Grazer Stadtpark schwer verletzt. "Er ist wie eine Kanonenkugel auf mich losgeschossen", erzählt die 60-Jährige aus Graz. Das Tier hatte sich von seiner Besitzerin losgerissen. Die Folgen der Bisse waren furchtbar: Der Frau musste beinahe ein Bein amputiert werden.
Wenn sie nicht in falsche Hände geraten, sind Staffordshire Terrier sogar als Rettungs- oder Therapiehunde nützlich. Der Hund der Grazerin (18) war von seinen Vorbesitzern leider zum Problemfall gemacht worden: "Ich war die Einzige, die einigermaßen mit ihm umgehen konnte." Aus Mitleid hatte sie den Hund aus dem Ausland nach Graz genommen.

Hund schlüpfte aus Halsband
Ihr Fehler: Sie führte den Hund nur an einer gewöhnlichen Leine, das Tier konnte daher aus dem Halsband schlüpfen. Im Grazer Stadtpark riss sich der Hund los und attackierte eine vorbeiradelnde Pensionistin. Das Opfer: "Er ist aus 20 Metern Entfernung wie eine Kanonenkugel auf mich losgeschossen." Die Frau stürzte und schlug sich dabei zwei Vorderzähne aus.

Angstzustände und Schmerzen
Der Hund biss mehrfach zu: "Als ich auf dem Boden lag, hab ich ums Leben gekämpft," sagt die 60-Jährige. Die Bisse waren nicht das Schlimmste: Die Wunden entzündeten sich, ein Bein musste beinahe amputiert werden. Noch heute, drei Operationen später, plagen sie Schmerzen und Angstzustände.

Fünf Monate bedingt und 600 Euro
Die Hundebesitzerin hat das Tier mittlerweile weitergegeben: "Ich habe nicht gewusst, wie aggressiv es wirklich ist." Der Richter: "Ein solch gefährliches Tier muss mit Brustgeschirr und Beißkorb geführt werden." Das nicht rechtskräftige Urteil für die Besitzerin: Fünf Monate Haft bedingt und 600 Euro Geldstrafe.

Eine wahre Kostenlawine wird auf die 18-Jährige jedoch erst im Schmerzensgeld-Prozess zukommen.

von Martin Gasser, "Steirerkrone"
Symbolbild

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