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22.08.2017 - 02:12
Foto: Photos.com/Getty Images

Reisekrankheit bei Kindern – was tun?

01.08.2011, 18:44
Die Anreise in den Familienurlaub kann zur reinsten Tortur werden, wenn dein Kind an Reisekrankheit leidet. Speziell in Auto oder Bus, aber auch im Flugzeug können die Symptome auftauchen: Übelkeit, Schwindel, Erbrechen. Und gerade Kinder leiden wirklich sehr darunter. Was du dagegen tun kannst, erfährst du hier.

Wie entsteht die Reisekrankheit?

Reisekrankheit ist das Auftreten von Übelkeit und Erbrechen bei der Fortbewegung in einem Verkehrsmittel. Sie tritt vor allem bei Geschwindigkeits- und Richtungswechseln auf. Kinder sind vor allem bei Auto- oder Busreisen davon betroffen, aber auch Flugzeug oder Schiffsreisen können zu einer Qual werden. Reisekrankheit zeigt sich dann, wenn die Informationen, die unser Gleichgewichtsorgan bekommt, nicht mit jenen anderer Sinnesorgane übereinstimmen.

Im Auto auf einer kurvigen Strecke beispielsweise suggeriert das Auge, dass man sich in einem ruhigen, geschlossenen Raum befindet, das Gleichgewichtsorgan nimmt jedoch das Schleudern und den sanften Druck in den Kurven war. Das Gehirn kann die unterschiedlichen Reize nicht zusammenführen, was sich in Schwindelgefühl und Übelkeit sowie Schweißausbrüchen und erhöhtem Puls äußert.

Vorbeugen hilft

Wenn du weißt, dass dein Kind anfällig für die Reisekrankheit ist, dann kannst du durch die richtige Vorsorge einiges verhindern. Du solltest einen Tag vor Reiseantritt dafür sorgen, dass es nur leichte Kost zu sich nimmt und generell etwas weniger isst. Vermeide Nahrungsmittel, die Blähungen verursachen, genauso wie zu viel Schokolade oder einfach fette, schwere Speisen. Auch kohlesäurehaltige Getränke solltest du deinem Kind nun nicht mehr geben. Geht früh schlafen und achte darauf, dein Kind nicht nervös zu machen.

Am Tag der Abreise ist ein kleines, leichtes Frühstück wichtig, damit dein Kind keinen ganz leeren Magen hat. Wieder gilt: keine kohlensäurehaltigen Getränke und schweren Speisen. Achte auch auf die richtige Kleidung: leichte Sachen, die nicht einengen und schön bequem sind. Denn eine feste Jeans, die in den Bauch drückt, ist bei Übelkeit nicht angenehm.

Die Wahl des richtigen Sitzplatzes

Auch durch die richtige Position im Verkehrsmittel kannst du dem Auftreten der Reisekrankheit bei deinem Kind gut vorbeugen. Im Auto hast du leider wenig Spielraum. Hier ist wichtig, dass der Gurt für dein Kind richtig eingestellt ist und nicht einschneidet. Lüfte regelmäßig und achte darauf, dass dein Kind möglichst nach vorne aus dem Fenster schaut. Nicht lesen oder etwas anderes tun, was den Blick nach unten lenkt, denn hier kommt die Übelkeit. Bei geraden Strecken ist die Gefahr nicht so groß, bei kurvigen Straßen solltest du besonders darauf achten, dein Kind abzulenken.

In der Bahn ist ein Platz am Fenster gut, hier ist aber generell die Gefahr von Übelkeit nicht so groß, da keine starken Vibrationen oder andere Signale an den Gleichgewichtssinn gesendet werden. Im Bus solltest du den Sitzplatz für dein Kind so aussuchen, dass es möglichst weit vorne, aber nicht über der Vorderradachse sitzt. Der Blick sollte in der Mitte nach vorne gehen. Im Flugzeug sind die Sitze am Mittelgang im vorderen Bereich des Fliegers am besten. Und auf dem Schiff solltet ihr euch einen Platz in der Schiffsmitte nahe oberhalb des Wasserspiegels suchen, damit ihr nahe am Schwerpunkt sitzt und dadurch die Schwankungen weniger stark spürt.

Bei allen Verkehrsmitteln hilft der Blick in Richtung Horizont sowie - wenn möglich - der Aufenthalt an der frischen Luft. Auf einem Schiff ist der Seegang an Deck am besten zu ertragen. Der direkte Aufenthalt in der Sonne sollte allerdings vermieden werden, da das den Kreislauf zusätzlich belastet.

Medikamentöse Behandlung der Reisekrankheit

Ist es bereits zu spät und bei deinem Kind zeigen sich die ersten Anzeichen, dann solltest du Kaugummis gegen die Reisekrankheit griffbereit haben. Diese werden über den Mund- und Rachenraum schnell aufgenommen und helfen auch bei sehr starker Übelkeit binnen Minuten. Weißt du, dass dein Kind vermutlich reisekrank wird, dann helfen Dragees, die nach ca. einer halben Stunde ihre volle Wirkung entfalten und für acht bis zehn Stunden anhalten. Du solltest jedoch im Vorfeld deinen Kinderarzt konsultieren und ihn nach der richtigen Medikation für dein Kind befragen. Auf natürlicher Ebene können Ingwerkapseln oder Melissetropfen helfen sowie das Kauen von Zitrone oder Kaugummi. Auch das Lutschen von Eiswürfeln kann Linderung verschaffen.

01.08.2011, 18:44
lhi
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