Feschak-Minister

Zu Guttenberg: Im edlen Zwirn ins Kampfgebiet

Ausland
12.11.2009 10:50
Kein anderer deutscher Politiker achtet so penibel auf sein Äußeres wie Karl-Theodor zu Guttenberg. Der Neo-Verteidigungsminister ist bei jedem seiner Auftritte stets wie aus dem Ei gepellt. Sogar jetzt, als der Adelige die Bundeswehrkräfte in Afghanistan besuchte, ließ er nicht vom edlen Zwirn - und wirkte damit zwischen seinen Soldaten wie ein Fremdkörper.

Die Aufnahmen, die zu Guttenberg in einem Transportjet der Bundeswehr zeigen, lösten in Deutschland Befremden aus. Mitten im rustikalen Interieur, zwischen nachdenklichen Soldaten in Kampfmontur, steht der geschniegelte Verteidigungsminister in edlem Zwirn. Seine Hände hat er in die Hüfte gestemmt. Zufrieden schaut er in die Kamera, ganz so als freue er sich auf die Reise ins Kampfgebiet.

Die Krawatte sitzt perfekt - unter der schusssicheren Weste 
Auch nach der Ankunft am Hindukusch wirkt es so, als sei der Minister in erster Linie darauf bedacht, eine gute Figur zu machen. Noch immer hat er den Anzug nicht gegen eine Uniform getauscht. Lediglich eine schusssichere Weste trägt der Minister nun - doch sogar die Krawatte sitzt - unter dem engen Zwangskorsett - noch perfekt (Bilder siehe Infobox).

Erste Station auf zu Guttenbergs Kurzbesuch am Donnerstag war das Hauptquartier der internationalen Schutztruppe ISAF in der Hauptstadt Kabul. Dort traf er mit dem amerikanischen ISAF-Kommandanten Stanley McChrystal zusammen. Danach standen Gespräche mit dem afghanischen Verteidigungsminister Abdel Rahim Wardak und Präsident Hamid Karzai an. Am späten Nachmittag besuchte der Minister Bundeswehrsoldaten im deutschen Verantwortungsbereich in Nordafghanistan. Derzeit sind 4.520 deutsche Soldaten in Afghanistan stationiert.

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