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23.08.2017 - 02:52
Foto: Martin Jöchl

Schuhe kaufen mit Kindern

27.06.2008, 08:17
Einen gut passenden, bequemen, schönen Schuh zu finden, ist schon für uns Erwachsene nicht unbedingt einfach. Wie schwierig ist es da erst, für Kinder ein passendes Gehwerkzeug zu auszusuchen... Besonders, zumal hier für den stolzen Träger in spe leider andere Maßstäbe gelten als für Mama und Papa: Für deinen kleinen Schatz muss der Schuh vorzugsweise lustig aussehen, mit fortschreitendem Alter „cool“. Ob die optischen Favoriten dann aber auch orthopädischen Qualitätskriterien genügen, ist für den Nachwuchs nebensächlich. Hier erfährst du, worauf du beim Schuhkauf mit Kindern achten solltest.

Wann braucht mein Kind die ersten Schuhe?

Zunächst solltest du dir die Frage stellen, ob dein Kind überhaupt schon Schuhe braucht. Denn grundsätzlich kommt der kindliche Fuß auch recht gut ohne Schuhe aus. Solange dein Kind noch nicht läuft, braucht es auch noch keine Fußbekleidung – dickere Socken genügen zum Schutz. Erst wenn es beginnt, sich an Gegenständen seiner Umgebung hochzuziehen und die ersten Schritte zu machen, solltest du darüber nachdenken, Schuhe zu kaufen. Diese sollten aber dann nur zum Schutz gegen Auskühlen oder als Schutz vor Verletzungen angezogen werden – wann immer möglich sollte dein Kind barfuß laufen, da sich der Fuß erst entwickeln muss, und Schuhe die Beweglichkeit grundsätzlich einschränken.

Wenn du in dieser Phase bereits Schuhe kaufen willst, sollten es dünne, atmungsaktive Leder- , Filz- oder Textilschuhe mit sehr weicher, biegsamer Sohle sein, die sich dem Fuß deines Kindes gut anpassen. Keinesfalls solltest du Schuhe wählen, die eine dicke Gummisohle haben oder ganz aus hartem Kunststoff sind, denn die harte Sohle behindert die gesunde Entwicklung der Fußstellung und Fuß- Muskulatur. Zudem ist das Gehen mit festen Schuhen für dein Kind in etwa so, als ob ein Erwachsener auf Eis zu gehen versucht. Du kannst deinem Kind weiche Einlagen kaufen oder einfach Einlagen aus Schaumstoff zurechtschneiden. So fühlt sich dein Kind in den neuen Schuhen deutlich wohler, weil der Gang etwas abgefedert ist.

Größenauswahl

Eines gleich vorweg: Du solltest dich beim Schuhkauf nicht unbedingt auf Standardschuhgrößen verlassen. Die tatsächlichen Schnitte und Längen weichen oft ab und machen daher eine Auswahl rein aufgrund der Größe nahezu unmöglich. Auch die Faustregel, dass vor der großen Zehe noch ein Daumen breit Platz bleiben muss, funktioniert in dieser Form nicht, da kleine Kinder bei Druck die Zehen reflexartig einziehen und so scheinbar mehr Platz bleibt, als tatsächlich der Fall ist.

Du solltest daher den Fuß deines Kindes vermessen, sowohl in der Länge als auch in der Breite. Am besten funktioniert das, wenn du dein Kind auf eine feste Unterlage stellst und eine Schablone der Füße anfertigst: Einfach ein Stück dünnen Pappkarton unterlegen und mit einem gerade gehaltenen Stift die Umrisse nachziehen. Diese Fußabdrücke schneidest du dann genau aus und kannst im Geschäft bereits vor dem Anprobieren nachvollziehen, ob die Schuhe wirklich passen können oder ob dein kleiner Schatz sich einfach in die bunten Enten auf dem Schuh verliebt hat und dafür sogar Schmerzen in Kauf nehmen will. Die Schuhe sollten innen zwölf bis maximal 17 mm länger sein als der Fuß deines Kindes. Das kannst du mit deiner Schablone leicht überprüfen: Einfach den Karton zuerst auf die Sohle legen, um zu sehen, ob sich die Länge grundsätzlich ausgeht und auch ob der Schuh breit genug, aber nicht zu breit ist. Danach den Karton in den Schuh schieben und leicht anstreichen. Knickt der Karton an einer Stelle, dann weißt du, dass der Schuh von der Breite her zu eng ist.

Der Schuh sollte hinten an der Ferse guten Halt bieten, aber weder zu eng, noch zu weit sein. Denn ist der Schuh zu weit, rutscht dein Kind beim Laufen nach vorne und staucht sich die Zehen. Das kann später zu Fehlstellungen führen. Daher wird auch davon abgeraten, Schuhe mit einem Puffer von mehr als zwei Größen zu kaufen – du tust zwar deiner Geldbörse etwas Gutes, aber nicht den Füßen deines Kindes. Schlussendlich sollte dein Kind beim Aussuchen seiner Schuhe auch mitreden dürfen – schließlich soll ihm die Optik auch gefallen, da so der Anreiz, mit den Schuhen zu gehen und sich zu bewegen, viel größer ist.

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