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26.04.2017 - 19:15
Foto: thinkstockphotos.de, krone.at-Grafik

Verhilft die Pornoindustrie 4K zum Durchbruch?

26.11.2013, 13:50
Geht es nach den TV-Herstellern, ist ultrahochauflösendes 4K-Fernsehen mit Auflösungen von 3.840 mal 2.160 Pixeln der nächste große Wurf bei Flachbildfernsehern. TV-Giganten mit der enormen Auflösung waren auf den Elektronikmessen 2013 der neueste Trend, in den Wohnzimmern der Konsumenten sind die teuren Geräte aber noch lange nicht angekommen. Manch ein Beobachter glaubt, ultrahochauflösende Schmuddelfilmchen könnten das künftig ändern. Darüber streitet man jedoch selbst innerhalb der Pornoindustrie

Geht es um technischen Fortschritt im TV- und Videobereich, heben Marktbeobachter immer wieder gern die Bedeutung der Pornoindustrie als Innovationstreiber hervor. Die Sexfilmchen hätten der VHS- Kassette und der Blu- ray zum Sieg verholfen und könnten dies auch bei ultrahochauflösendem 4K- Fernsehen schaffen, glauben manche. Allerdings ist bei 4K nun selbst die neuen Technologien gegenüber traditionell recht aufgeschlossene Pornobranche skeptisch.

Vereinzelt ist 4K bei Pornos bereits ein Thema

Wie das IT- Magazin "The Verge"  berichtet, zeigt sich in der Erwachsenenfilmbranche ein gespaltenes Bild. Manche halten 4K für die Zukunft, andere wollen lieber abwarten. Tatsächlich gehören Pornoproduzenten auch bei 4K zu den Ersten, die das hochauflösende Neuland erkunden. Erst kürzlich sei mit "Huccio" die erste auf 4K- Filmchen spezialisierte Pornoseite online gegangen, berichtet das Magazin – lang, bevor namhafte Fernsehsender und Streamingportale eigene 4K- Angebote ins Rennen schicken.

Und beim Pornoproduzenten Pink Visual ist 4K ebenfalls ein großes Thema. Dort ist man gerade dabei, die für 4K- Videos notwendige Infrastruktur aufzubauen. Das Unternehmen gehörte zu den ersten Schmuddelfilm- Produzenten am Markt, die ihre Angebote für Tablets aufbereitet haben, und bietet sogar einschlägige Kost für 3D- Fernseher.

"Wenn die Nutzer 4K auf YouTube bekommen, dann sollten sie es auf alle Fälle auch bei Pornos bekommen", so Lela Chavis von Pink Visual im Gespräch mit der Website. Man vertrete die Devise: "Wir probieren es lieber und schauen, wie es geht, als es zu ignorieren und eine so spaßige Gelegenheit zu verpassen."

Großteil der Branche noch skeptisch

Mit dieser Einstellung ist Pink Visual allerdings relativ allein. "Ich bin ziemlich zufrieden mit der Qualität, die wir momentan haben, und werde nicht wechseln, bis ich unbedingt muss", sagt Joanna Angel vom Produzenten Burning Angel. Sie sehe nicht ein, jetzt viel Geld in die Hand zu nehmen und das für 4K- Produktionen notwendige Know- how zu sammeln, wo doch noch so gut wie niemand ein entsprechendes Abspielgerät habe.

Sie habe auch beim Umstieg auf HD- Videos keinen echten Qualitätsunterschied gegenüber DVD- Qualität gesehen, so Angel. "Tatsächlich wurde es ein wenig schlechter. Wir mussten anders beleuchten, die Mädchen mussten sich anders schminken und es hat eine Weile gedauert, bevor wir es richtig machten."

Diese Einstellung scheint bei der Mehrheit der Pornoproduzenten vorzuherrschen. Aktuellen Umfragen zufolge denken mehr als 40 Prozent jener, die in der Erwachsenenfilm- Industrie arbeiten, dass 4K in absehbarer Zeit keine großen Auswirkungen auf ihr Geschäft haben wird. Weitere 36 Prozent sind der Ansicht, dass es noch zu früh sei, um über 4K zu urteilen. Nur ein Fünftel denkt, 4K- Videos könnten das Geschäft beleben.

Kein Geld wegen Gratis- Streaming- Seiten

Sie sind die Optimisten innerhalb einer Branche, die durch den Aufstieg kostenloser Streaming- Portale in Bedrängnis geraten ist. Gratis- Websites, auf denen Internetnutzer kostenlos von anderen Usern produzierte oder raubkopierte Filme anschauen, haben Pornohersteller in den vergangenen Jahren finanziell unter Druck gesetzt. Die einst satten Gewinne bleiben zunehmend aus. Kein Wunder, dass die Unternehmen in dieser Situation teure Investitionen in 4K- Infrastruktur meiden und lieber abwarten, wie sich der Markt entwickelt.

Ausnahmen wie Pink Visual sind in der Minderheit, glauben aber, 4K- Produktionen könnten den Trend hin zu Gratis- Websites umkehren. "Es gibt unzählige Leute auf der ganzen Welt, die für erstklassige Qualitätspornos bezahlen werden", ist sich Lela Chavis sicher. Joanna Angel sieht es kaufmännischer: "Letztlich wollen wir alle die bestmögliche Qualität für unser Produkt – zu einem Preis, den wir uns leisten können."

Und leistbar wird 4K wohl erst in einigen Jahren werden, wenn der Preisverfall für entsprechende TV- Geräte, aber auch Kameras und sonstiges Equipment voll eingesetzt hat. Um schon jetzt mit teuren Hightech- Produktionen zu experimentieren, fehlt den meisten Unternehmen nämlich schlicht das Geld. Für 4K wird die Pornoindustrie da wohl nicht den Wegbereiter spielen – und für kommende Technologien angesichts der geänderten Marktbedingungen wohl auch nicht mehr.

26.11.2013, 13:50
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