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07.12.2016 - 16:23
Foto: APA/KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT / Video: YouTube

Drohnen im Alltag: Experten fordern klare Regeln

20.10.2015, 12:14
Von der Kartierung landwirtschaftlicher Flächen, Katastropheneinsätzen, über Film und Fernsehen bis zur Zustellung von Paketen: Das Potenzial für den Einsatz ziviler Drohnen ist groß. Gleichzeitig sind die unbemannten Fluggeräte längst massentauglich geworden und in Elektronikmärkten frei erhältlich. Damit der Luftraum sicher bleibt, braucht es rechtzeitig klare Regeln, sind sich Experten einig.

"Die größte Herausforderung liegt darin, dass wir die Rechtsvorschriften, die mit dem Betrieb eines solchen Modells verbunden sind, zum End- User bringen müssen", sagte Joachim Janezic, Vorstand des Grazer Instituts für Luftfahrtrecht bei einem vom Wissenschaftsministerium veranstalteten "Science Talk". Die Benutzer, die sich eine Drohne für den privaten Bereich kaufen, müssten sich bewusst werden, dass sie Teil eines Verkehrssystems werden, inklusive der geltenden Regeln. Durch die beträchtliche kinetische Energie auch kleiner Fluggeräte würden Gefahren etwa im bebauten Gebiet, in möglichen Kollisionen mit Hubschraubern oder generell in Flughafennähe lauern.

Drohnen unterliegen Luftfahrtgesetz

Grundsätzliche Bestimmungen zum privaten und gewerblichen Betrieb der unbemannten Fluggeräte sind in der Novelle des österreichischen Luftfahrtgesetzes geregelt, das am 1. Jänner 2014 in Kraft getreten ist. Dabei wird zwischen den Kategorien "Spielzeug", "Flugmodell", und unbemannten Luftfahrzeugen Klasse 1 und 2 unterschieden. Geräte bis 25 Kilogramm gelten als Flugmodelle und dürfen bis zu einer Höhe von 150 Metern in einem Umkreis von 500 Metern Sichtkontakt ohne Bewilligung verwendet werden.

Fragen der Privatsphäre ungeklärt

Genau bei diesen leicht erhältlichen Freizeitmodellen, meist handelt es sich um sogenannte Quadrocopter mit vier Rotoren, ist in der Praxis aber vieles noch ungeregelt. So stellen sich bei Geräten mit Kamera Fragen nach der Privatsphäre. Für Michael Nentwich vom Institut für Technikfolgen- Abschätzung (ITA) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) sind die Drohnen als "Ersatz für den Selfie- Stick" grundsätzlich kein Problem, solange keine fremde Person ohne ihr Wissen gefilmt oder fotografiert werden. Nentwich bringt dafür technische Schranken ("Privacy by Design") ins Spiel, die in Drohnen bzw. Kameras eingebaut werden könnten, etwa eine automatische Verpixelung von Personen oder eine Sperre für das automatische Streaming ins Internet.

Drohnenbauer warnt vor "Niederregulierung"

Von einer präventiven "Niederregulierung" hält Patrick Brandstätter, Geschäftsführer des Drohnenbauers Airborne Robotics (Klagenfurt), sowohl im privaten als auch im professionellen Bereich wenig: "Das technische Grundverständnis eines Piloten eines solchen Systems ist im Grunde der Hausverstand." Während man vor Jahren beim Betrieb von einrotorigen System noch eher vom "Verhindern von Abstürzen" als vom Fliegen gesprochen habe, würde nun im kommerziellen Sektor Hightech wie Telemetrie und redundante Sensoren für einen hohen Sicherheitsstandard sorgen.

Drohnen erobern viele Einsatzbereiche

Die Drohnen würden mittlerweile schon viele Arbeiten übernehmen, die bisher händisch gemacht wurden. Das gehe bis zum Ziehen eines Vorseils zwischen Strommasten, bevor das echte Kabel durchgezogen wird. Das Video oben zeigt: Sogar Brücken können Drohnen schon bauen. Limits liegen freilich noch in der Akkulaufzeit und beim Transport sehr schwerer Lasten, schränkt Brandstätter ein.

Auch in der Forschung tun sich ständig neue Anwendungsgebiete auf: Von der Höhlenforschung bis zum Kartieren unzugänglicher Gebiete oder der Messung von Energieverlusten an Gebäuden. Mit dem "SmartCopter" hat die Technische Universität (TU) Wien ein autonomes Fluggerät für Innenbereiche entwickelt, das etwa die Feuerwehr bei der Suche von vermissten Personen unterstützen könnte. "Das große Thema wird sein, dass der autonome Flug robuster und ausfallsicherer funktioniert, sowie die Kooperation mit anderen Fluggeräten, um Kollisionen zu vermeiden", umreißt Annette Mossel, Leiterin des Projekts SmartCopter, Herausforderungen an die Forschung.

20.10.2015, 12:14
AG/red
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