Dass die Seilbahnbranche nach vergangenen Rekordjahren eine Verschnaufpause bei neuen Anlagen einlegt, ist laut Hörl nur ein Teil der Wahrheit: "Beim Verkehrsministerium in Wien liegen rund 30 fertige Seilbahnprojekte mit einem Volumen von fast 300 Millionen Euro. Davon rund die Hälfte aus Tirol. Das wäre ein Gratis-Konjunkturpaket, ohne dass Steuergeld aufgewendet werden muss."
Nur noch ein Mitarbeiter
Dass bei einigen Projekten nicht schon längst die Bagger aufgefahren sind, liegt laut dem VP-Tourismussprecher am Personalmangel der Behörde. "Es gab drei zuständige Juristen in der Seilbahnbehörde. Eine Frau ist nun schwanger geworden, ein zweiter Mitarbeiter geht demnächst in Pension. Eine Nachbesetzung ist mehr als fraglich. Schon jetzt beträgt die Verfahrensdauer sechs bis acht Monate", schimpft der Zillertaler Abgeordnete, der selbst Seilbahner ist. Die verspäteten Bewilligungen seien ein Schaden für die Tourismusregionen.
Nur jede zweite Stelle nachbesetzt
Hörl konfrontierte mit seinen Sorgen schon mehrmals die zuständige SPÖ-Ministerin Doris Bures. Diese ließ ausrichten, dass prinzipiell nur jede zweite Pensionierung nachbesetzt werde. Eine unzumutbar lange Verfahrensdauer gebe es aber nicht: "Bei zehn Projekten fehlen noch Unterlagen des Antragstellers. Es besteht derzeit kein Überhang an Verfahren." Aussagen, über die Hörl (er ist als Seilbahn-Obmann in der Wirtschaftskammer im Gespräch) nach vielen Diskussionen mit Branchenkollegen den Kopf schüttelt.
von Andreas Moser, Kronen Zeitung
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