Junge Liebe

So liebt die Jugend

Nachrichten
09.02.2004 08:49
Der Kondomhersteller Durex präsentiert die weltweite Sexstudie (Durex Global Sex Survey), an der erstmals auch Österreich teilnahm. Die Internet-Fragebögen wurden in Österreich von 624 Männer und Frauen beantwortet. Das Durchschnittsalter lag bei rund 23 Jahren. Daraus ergibt sich ein interessantes Bild über das Sex-Leben bei Österreichs Jugendlichen.
Das erste Mal 
Die österreichischen Jugendlichen erleben das"erste Mal" nicht immer unter romantischen Umständen, sondernhatten andere Gründe: 20% haben "die Gelegenheit beim Schopfgepackt", 6% gaben dem Drängen des Partners nach, 8% wolltenes "hinter sich bringen", und 5% waren überhaupt betrunken.Nur 32% fühlten sich bereit dafür, aber nur 25% warenbeim ersten Mal verliebt. 
  
28%: Sex auch ohne Kondom 
Mit 53% ist das Kondom das beliebteste Verhütungsmittel,gefolgt von der Pille mit 40%. Obwohl die Pille bei regelmäßigerAnwendung in Punkto Empfängnisverhütung weitaus sichererist als das Kondom, so schützt sie nicht vor sexuell übertragbarenKrankheiten wie Aids oder Hepatitis. Erschreckend: Für 28%der Jugendlichen kommt auch Sex ohne Kondom in Frage! Der GynäkologeUniv. Prof. Dr. Elmar Joura erklärt das auf Nachfrage vonKrone.at mit "jugendlicher Unbedarftheit und vielfach Unwissenüber die eigene Sexualität." "Immer noch kursieren unterJugendlichen Legenden wie beim ersten Mal kann ich nicht schwangerwerden", berichtete der Gynäkologe aus seiner Praxis. VieleMädchen wissen über ihre eigene Anatomie gar nicht bescheid.
  
63% hatten One-Night-Stands 
Die jungen Österreicher und Österreicherinnenkommen schneller zur Sache als viele ihrer Altersgenossen in anderenLändern: 22% hatten schon beim ersten Date Verkehr. Überdurchschnittlichhoch ist auch die Zahl der One-Night-Stands. 63% der Befragten:Haben sich schon auf das schnelle Abenteuer eingelassen. Leiderspielen dabei viele Jugendliche mit ihrer Gesundheit: 39% derBefragten gaben an, im vergangenen Jahr ungeschützten Verkehrgehabt zu haben. Zum Vergleich: In Frankreich waren es nur knapp20%. Die mögliche Erklärung für das eher unbekümmerteVerhalten österreichischer Jugendlicher liegt auch in ihrerEinschätzung von HIV-Erkrankungen als ernstes Problem - nur36% sehen das so. Dabei liegt die Gefahr auch in anderen sexuellübertragbaren Krankheiten: 42.000 Österreicher sindan chronischer Hepatitis B erkrankt - vier Mal mehr als am HI-Virus.
  
Jugendliche wollen in Schule aufgeklärtwerden 
Nur 22% der Jugendlichen sehen sich selbst dafürverantwortlich, sich über Verhütung zu informieren.41% meinen, diese Aufgabe habe die Schule zu erfüllen, 24%meinen Medien müssten darüber aufklären. Insgesamtkann man beobachten, dass immer mehr Jugendliche Kondome benützen.Aber auch die "Pille danach" wird "nach feuchtfröhlichenPartys" immer öfter nachgefragt. "Früher wärendie Jugendlichen gar nicht in die Ambulanz gekommen", zieht ProfessorJoura eine Bilanz über das gestiegene Bewusstsein der Teenager.
  
(dw) 
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