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Unter-30-Jährige klar für Berufsheer und Freiwilligenjahr

11.03.2011, 14:36
Unter-30-Jährige klar für Berufsheer und Freiwilligenjahr (Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER
Die Einführung eines Freiwilligenheeres und das freiwillige Sozialjahr statt des Zivildienstes stoßen bei der Jugend auf große Zustimmung. In einer am Freitag vorgestellten Studie der Forschungsagentur "tfactory" in der Altersgruppe der 16- bis 29- Jährigen befürworten insgesamt 60,9 Prozent der Befragten ein Berufsheer. Nur rund ein Viertel (25,9 Prozent) ist dagegen. Gegenteilige Ergebnisse brachte eine OGM- Umfrage, in der auch über 30- Jährige befragt wurden. Darin spricht sich eine Mehrheit für die Wehrpflicht aus.

Noch größer ist die Zustimmung der Jugend zum freiwilligen Sozialjahr als Ersatz für den Zivildienst, so "tfactory". Drei Viertel (75,9 Prozent) der Jugendlichen befürworten dessen Einführung. Nur rund ein Fünftel der Befragten ist dagegen. 68,2 Prozent können sich vorstellen, auch selbst ein freiwilliges Sozialjahr mit einer monatlichen Entschädigung von 1.200 Euro, wie von Sozialminister Rudolf Hundstorfer vorgeschlagen, zu absolvieren.

Unter den Mädchen ist die Bereitschaft mit 76,4 Prozent größer als bei den Burschen (60 Prozent). Überdurchschnittlich ist sie unter den Jugendlichen mit Migrationshintergrund (76,5 Prozent).

Wenn das Geld stimmt, auch zum Heer

Immerhin knapp ein Viertel der Jugendlichen (22,5 Prozent) könnte sich vorstellen, gegen eine angemessene Bezahlung in einem Berufsheer auch selbst mitzumachen: 30,7 Prozent der jungen Männer und 14,3 Prozent der jungen Frauen. Mit zunehmendem Alter schwindet allerdings die Bereitschaft dazu: Ist es bei den 16- bis 19- jährigen noch ein Drittel der Befragten, so schrumpft der Anteil bei den 25- bis 30- jährigen auf 13,6 Prozent. Hier könnten die Erfahrungen junger Präsenzdiener mit dem Bundesheer eine Rolle spielen, mutmaßen die Studienautoren.

Auffällig ist auch das Bildungsgefälle in jener Gruppe, für die der Soldatenberuf eine ernsthafte Option ist. Während 41 Prozent der Nicht- Maturanten das Bundesheer als Berufsoption sehen, sind es unter den Höhergebildeten lediglich 12,9 Prozent. Überdurchschnittlich ist das Interesse an einem Berufsheer bei junge Menschen mit Migrationshintergrund (35,8 Prozent).

Umfrage unter allen Altersgruppen: Mehrheit für Wehrpflicht

Dass die Wehrpflicht von den Jugendlichen wesentlich stärker abgelehnt wird, zeigt auch die jüngste OGM- Umfrage: Demnach sind 64 Prozent der Unter- 30- Jährigen für die Abschaffung. Werden aber auch die Über- 30- Jährigen befragt, so ist die Mehrheit (46 Prozent) aktuell für die Beibehaltung, und nur noch 42 Prozent sind für die Abschaffung. In früheren Umfragen war das anders, was zeigt, dass wohl die unschönen Momente in der Wehrpflichtdebatte (Generalsrauswurf, Koalitionsstreit, etc.) Spuren hinterlassen haben. Im Jänner wies die OGM- Umfrage nämlich noch 49 Prozent für die Abschaffung (bei 43 Prozent dagegen) aus, im Dezember 2010 sprachen sich sogar 54 Prozent für ein Freiwilligenheer aus.

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