Zufällig waren die italienischen Behörden über Fotos auf dem sozialen Netzwerk Facebook gestolpert, die D'Avino beim Plantschen mit seiner marokkanischen Freundin an der spanischen Costa del Sol zeigen. Die Polizei des Stiefelstaates konnte den Aufenthaltsort des Camorra- Bosses ausfindig machen und schlug mithilfe von spanischen Beamten in Marbella zu.
Die italienische Mafia - unter anderem eben auch die Camorra, der neapolitanische Arm der Mafia - benutzt Spanien immer häufiger als Operations- und Rückzugsgebiet in Europa. Einige ihrer prominentesten Chefs haben sich auf der Flucht vor der italienischen Polizei an der spanischen Mittelmeerküste versteckt, von wo aus die Mafiosi ihre Drogengeschäfte weiterführen.
Das Klima, die kulturelle Nähe, die Infrastruktur kolumbianischer Drogenhändler in Spanien sowie die Möglichkeiten, das aus dem Rauschgifthandel gewonnene Geld über den Immobilienmarkt in Spanien unbemerkt rein waschen zu können, machen vor allem Spaniens Küste zu einem beliebten Rückzugsgebiet der italienischen Camorra. In den vergangenen Monaten waren mehrere prominente italienische Mafia- Bosse in Spanien verhaftet worden. Aber keiner machte es der Polizei so leicht wie D'Avino.