Forscher haben längst erfolgreich gezeigt, dass menschliche Gesellschaft bei Haustieren die Produktion von Stresshormonen herunterfährt. Der positive Einfluss scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen, wie Dr. Karen Allen von der US- amerikanischen University of Buffalo herausgefunden hat. Sie untersuchte für ihre Studie 48 Menschen mit erhöhtem Blutdruck und trug manchen von ihnen auf, sich ein Tier anzuschaffen.
Die frischgebackenen Hunde- und Katzenhalter unter den Patienten wiesen schon nach kurzer Zeit stabilere Herz- und Blutdruckwerte auf als die anderen Studienteilnehmer. Bei vielen wirkte die Tierhaltung besser als die Einnahme von Medikamenten in den Jahren zuvor. Als Dr. Allen den Probanden von den Ergebnissen berichtete, adoptieren einige weitere von ihnen ein Haustier. "Die Studie zeigt, dass es für Menschen mit zu hohem Blutdruck sehr gut sein kann, ein Tier zu halten", so die Wissenschaftlerin.
Vierbeiner haben nicht nur auf den Körper eine positive Wirkung, sondern sind auch der seelischen Gesundheit zuträglich. In einer weiteren wissenschaftlichen Studie wurden 240 Ehepaare verschiedenen Stress- Tests ausgesetzt, die sie jeweils in Anwesenheit von Ehepartner, Freunden oder ihren Haustieren absolvieren mussten. Das Ergebnis: Wenn die Vierbeiner in der Nähe waren, waren die Teilnehmer weniger gestresst. "Soziale Unterstützung funktioniert auch zwischen Mensch und Tier", ist sich Dr. Allen sicher.
Die Ergebnisse treffen auf Menschen jeden Alters zu, doch zwei Gruppen scheinen besonders von der Katzenhaltung zu profitieren: Studenten und Pensionisten. Dr. Allen: "Vermutlich, weil die Menschen in diesen beiden Lebensphasen große Veränderungen durchmachen und oft unter Einsamkeit leiden."