Fr, 24. November 2017

Keine Angst!

24.10.2017 06:00

Das erste Mal beim Frauenarzt

Der erste Besuch beim Gynäkologen kann bei jungen Frauen unangenehme Gefühle, ja sogar Ängste hervorrufen. Damit das nicht passiert, ist ein sanftes Heranführen an den unbekannten Vorgang wichtig.

Im Vordergrund steht deshalb zunächst einmal das beratende Gespräch, weniger die körperliche Untersuchung. "Das Schlimmste, das passieren kann, ist eine junge Frau beim ersten Besuch zu verschrecken", bekräftigt Dr. Micha Bitschnau, Gynäkologin in der Privatklinik Döbling und im angeschlossenen Ordinationszentrum.

Selbstverantwortung erlernen
Für Teenager geht es darum, den eigenen Körper kennen zu lernen. "Viele junge Frauen haben falsche Vorstellungen von der weiblichen Anatomie und vom Sexualakt. Sie orientieren sich an Pornofilmen, weil diese leicht zugänglich sind", so Dr. Bitschnau. Dann hat der Frauenarzt Aufklärungsarbeit zu leisten. Mädchen, die sexuell aktiv werden, benötigen Selbstgewissheit. "Ich signalisiere ihnen, dass sie nun für sich selbst verantwortlich sind." Dazu gehöre es, die Frauen zu siezen. "Wichtig ist, dass sie die Verhütung nicht den Burschen überlassen und etwa wissen, wie sie ein Kondom überstreifen. Ich zeige ihnen auch, wie sie bestimmte Infektionen beim Mann erkennen können. Idealerweise kommen sie gemeinsam mit ihrem Freund in die Praxis, zumal dieser dann gut in die Mitverantwortungsrolle hineinwächst."

Als entscheidend zeigt sich eine gute Arztwahl. "Oft suchen die Mütter diesen für ihre Töchter aus", so Dr. Bitschnau. "Aber bitte nicht in Internetforen ,fahnden!" Zu viele Mediziner "zu probieren", verunsichert ebenfalls. Sie rät, sich durchaus ins Wartezimmer zu setzen und den Umgang eines Mediziners mit seinen Patientinnen zu beobachten. Auch Freundinnen haben häufig Empfehlungen parat. Beim Erstbesuch sind die meisten Patientinnen 16 Jahre alt. Häufige Gründe dafür stellen Regelschmerzen, Akneprobleme und erwachende Sexualität dar.

Eva Greil-Schähs, Kronenzeitung

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