Mo, 11. Dezember 2017

US-Casino verklagt

02.10.2017 12:06

Jackpot geknackt: War alles nur ein Software-Bug?

Sein Besuch in einem Indianercasino in Alabama hat den US-Spieler Jerry Rape eine Menge Nerven gekostet. Der Gambler hatte sich vor sieben Jahren an einer Bingo-Maschine versucht und den Jackpot von 1,37 Millionen US-Dollar geknackt - glaubte er zumindest. Als er sich seinen Gewinn auszahlen lassen wollte, hieß es von den Casinobetreibern, der Jackpot sei durch einen Bug im Automaten entstanden und werde nicht ausgezahlt. Es folgte ein jahrelanges juristisches Tauziehen, das am Ende der Indianerstamm gewonnen hat, der das Casino betreibt.

Rape erinnert sich gut an jenen Abend vor sieben Jahren, an dem er um ein Haar zum Millionär geworden wäre. "Etliche Geräusche, Lichter und Sirenen wurden aktiviert", sagt er. Dann zeigte der Bingo-Automat einen Gewinn von 459.000 US-Dollar an, später stieg die Summe auf 918.000 und dann 1.377.000 Dollar.

War Jackpot Folge eines Softwarefehlers?
Rape wähnte sich am Ziel seiner Träume und reichte das Auszahlungs-Ticket bei den Betreibern des auf Stammesland gebauten Wind Creek Casino ein. Wie das IT-Portal "Ars Technica" berichtet, ließen diese Rape zunächst 24 Stunden lang warten, bevor sie ihm mitteilten, der Gewinn werde nicht ausgezahlt, da er durch einen Softwarefehler im Spielautomaten fälschlicherweise entstanden sei.

Rape verklagte das Casino - und begab sich in ein jahrelanges juristisches Tauziehen. Weil das Casino auf Stammesland gebaut wurde, musste Rape beim Gericht jenes Indianerstammes klagen, der das Casino betrieb. Dort wurde die Klage mit der Begründung abgewiesen, der Stamm sei im Prinzip ein unabhängiger Staat und könne nicht verklagt werden. Rapes Anwalt: "Sie sagten, für sie gelten keine Regeln!"

Auch Staatliches Gericht wies Fall ab
Der Gambler gab nicht auf und reichte vor einem Gericht des Bundesstaates Alabama Klage ein. Der Fall zog sich, am Freitag erhielt Rape schließlich die Auskunft, dass das staatliche Gericht nicht für das Wind Creek Casino zuständig sei. Weil das Casino auf Stammesland stehe, sei das Stammesgericht der Betreiber zuständig. Und das hatte den Fall bereits abgewiesen.

Für den Kläger sind seine juristischen Mittel damit ausgeschöpft. "Es ist vorbei", sagt sein Anwalt. Die Casinobetreiber sind mit der Entscheidung zufrieden. "Wir sind erfreut, dass das Gericht das richtige getan und zugunsten des Stammes entschieden hat", sagt eine Sprecherin der Casinobetreiber. Jerry Rape dürfte weniger glücklich sein: Er bekommt nicht nur seinen erhofften Millionenjackpot nicht, sondern hat auch umsonst sieben Jahre lang prozessiert.

 krone.at
Redaktion
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