Do, 18. Jänner 2018

Gefahr durch FSME

28.03.2017 15:21

Die Zecken lauern wieder

Die Zahl der FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)-Erkrankten steigt, warnen Experten. Übertragen wird die Virusinfektion des zentralen Nervensystems durch Zecken. Die möglichen Folgen - bleibende Schäden oder im schlimmsten Fall der Tod - werden noch immer unterschätzt. Besonders dramatisch: Nur jedes 3. Kleinkind unter drei Jahren ist geimpft!

"Nach dem Schuleintrittsalter liegt die Durchimpfungsrate zwar nach wie vor bei über 80%, im Vergleich der Ergebnisse von 2015 und 2016 ging diese aber beispielsweise bei den 11- bis 19-Jährigen um 6% zurück", berichtete Astrid Eßl, Marktforscherin der GfK Austria, auf einer Pressekonferenz in Wien. Wurden 2015 "lediglich" 71 FSME-Fälle dokumentiert, waren es vergangenes Jahr bereits 89 neue Erkrankungen. Darunter auffällig oft Betroffene über 30, die Auffrischungsintervalle häufig nicht einhalten.

Zecken stechen in jedem Bundesland
"Der aktuelle Bericht zeigt, dass kein Bundesland mehr FSME-frei ist. Vor allem müssen wir uns von der Vorstellung verabschieden, dass es in höheren Regionen keine Zecken gibt und Freizeitaktivitäten in den Bergen kein Risiko darstellen", betonte Dr. Rudolf Schmitzberger, Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK). Auch in alpinen Gebieten im Westen Österreichs leben diese lästigen Tierchen heute. Vergleicht man etwa die durchschnittliche Zahl an jährlichen FSME-Leiden in Tirol, so ergibt sich seit 2005 eine Steigerung um 35%.

Sie lauern sogar im "Beserlpark"
"Viele Österreicher denken nur vor Reisen an nötige Impfungen. Dabei sind uns die Zecken im ,Beserlpark´ viel näher", berichtete Mag.pharm Andrea Vlasek, Präsidentin der Wiener Apothekerkammer. Und selbst wenn nur jede 200. Zecke mit FSME infiziert ist, sollte man die Gefahr für den Menschen nicht unterschätzen.

Kinder ab dem 1. Geburtstag impfen lassen
"Wer korrekt - also entsprechend dem empfohlenen Schema - geimpft ist, kann sich aber entspannt im Freien aufhalten, denn die FSME-Impfung bietet einen nahezu hundertprozentigen Schutz", so Dr. Schmitzberger. "Ein eigener Kinder-Impfstoff ist ab dem vollendeten 1. Lebensjahr zugelassen. Ältere Menschen müssen wissen, dass das Immunsystem im Alter abbaut. Ab 60 sollte man seinen Impfschutz alle drei Jahre erneuern. Davor gilt ein Auffrischungsintervall von fünf Jahren", betonte der ÖÄK-Impfreferent.

Monika Kotasek-Rissel, Kronen Zeitung

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