So, 19. November 2017

Erziehungsserie

23.10.2015 17:21

Folge 7: Schau hin! Was das Kind mit Medien macht

Ob Fernseher, Computer oder Internet: Medien gehören in unserer Kommunikationsgesellschaft zum Leben von Kindern dazu. Doch wie viel Konsum ist unbedenklich?

Tippen, wischen, surfen: Immer früher wollen Kinder die vielen Möglichkeiten von Smartphones und Tablets nutzen. Und viele Eltern berichten stolz, was ihr Kind nicht schon alles am Tablet bewerkstelligt. Kein Wunder, faszinieren doch Apps wie Spiele, Rätsel oder Bücher mit ihren bunten Anwendungen und ihrer leichten Bedienbarkeit bereits die Kleinsten. Doch Vorsicht! Studien zeigen: In den ersten drei Lebensjahren stehen noch reale Erfahrungen im Fokus. Medienerlebnisse können diese ergänzen, wenn sie altersgerecht, begleitet und überschaubar sind. Denn die Jüngsten werden nicht selten von den Neuen Medien überfordert.

Achten Sie stets auf Altersangaben
Für Kindergarten- und Schulkinder gibt es eine große Auswahl an Lern- und Spieleanwendungen, die altersgerecht aufbereitet sind und beim Lesen, Schreiben oder Rechnen unterstützen. Achten Sie stets auf die Altersangaben. Die Einstufung sagt jedoch nichts über die inhaltliche Qualität aus. Testen Sie die Anwendungen daher am besten selbst auf ihre Tauglichkeit und nehmen Sie sich die Zeit, um gemeinsam mit Ihren Kindern zu spielen. Unbedingt Filter- und Schutzprogramme installieren.

Ein einfaches Mobiltelefon empfiehlt sich für Notfälle ab sechs Jahren, sonst ab neun Jahren. Ein Smartphone eignet sich für Kinder im Alter zwischen elf und zwölf Jahren, wenn sie schon genug Erfahrung und Reife besitzen, mit den vielen Funktionen umzugehen. Richten Sie zu Beginn gemeinsam mit ihrem Kind das Smartphone ein, und aktivieren Sie die Sicherheitseinstellungen.

Vorbildwirkung der Eltern
"Eltern sollten die Neuen Medien nicht als Statussymbol betrachten, sondern als das, was sie sind: Werkzeuge zur Erledigung bestimmter Aufgaben", erklärt der deutsche Hirnforscher Manfred Spitzer im Interview. Kinder übernehmen sehr häufig die Mediennutzung der Eltern, sprich Letztere haben auch hier Vorbildwirkung.

Erschreckend: Mehr als die Hälfte der Achtjährigen (55 Prozent) ist bereits online. Von den Sechsjährigen geht fast ein Drittel ins Internet, und bei den Dreiährigen ist es schon jedes zehnte Kind! Eltern sollten diesem beunruhigenden Trend unbedingt entgegenwirken. Wenn Kleinkinder viel Zeit vor dem Fernseher verbringen, wirkt sich das einer US-Studie zufolge langfristig negativ aus. Mit zehn Jahren haben sie in der Schule eher Probleme, ernähren sich schlechter und sind auch eher übergewichtig als ihre Altersgenossen. Denn die frühe Kindheit ist eine entscheidende Zeit für die Entwicklung des Gehirns und die Entstehung von Verhalten.

Fiese Kommentare ,herablassende Postings
Vorschulkinder sollten nicht länger als eine halbe Stunde, bis neun Jahre höchstens eine Stunde täglich vor dem Bildschirm verbringen - egal, ob Fernsehen, Games oder Internet. Ältere Kinder ab zehn Jahren können auch mit den Eltern ein bestimmtes Wochenkontingent von etwa neun Stunden vereinbaren, das sich diese dann zunehmend selbstständig einteilen. Wichtig ist aber vor allem, ihr Verhalten zu beobachten: Verhält sich das Kind ungewohnt? Sprechen Sie es bei der Benutzung direkt an, und reflektieren Sie gemeinsam. Auch, wenn Sie merken, dass Ihr Kind im Dschungel diverser sozialer Netzwerke überfordert oder gar gemobbt wird. Fiese Kommentare über Facebook, verletzende Selfies über WhatsApp oder herablassende Postings auf Twitter - das ist für viele Jugendliche bitterer Alltag.

Attraktive Alternativen schaffen
Um attraktive Alternativen zu Computer und Co. zu schaffen, sollte man möglichst früh ansetzen. Einen 16-Jährigen für ein neues Hobby zu begeistern ist schwieriger, als einen Sechsjährigen für Sport oder ein Musikinstrument zu gewinnen. Hobbys haben aber noch andere Vorteile: Sie machen Kinder nicht nur aktiver, sie stärken auch das Selbstwertgefühl und erweitern den Freundeskreis. Seien Sie interessiert! Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine liebsten Aktivitäten am Rechner oder im Internet. Das verbessert das Vertrauensverhältnis und die Gesprächsbasis.

"Krone"-Eltern-Kids-Coach Nina Petz steht Ihnen mit Rat zur Seite - per Videoklick auf krone.at/erziehung sowie gemeinsam mit ihrem Team per E-Mail und Post. Ihre Anfragen werden vertraulich behandelt.

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