Di, 12. Dezember 2017

Böser Traum

19.09.2014 10:59

Albträume bei Kindern: Das können Sie dagegen tun

Albträume sind schon für Erwachsene nicht leicht zu verkraften, obwohl man ganz genau weiß, dass sie nichts mit der Realität zu tun haben. Für Kinder aber können Albträume ein noch intensiveres, regelrecht erschütterndes Erlebnis sein, weil ihnen dieser Unterschied zwischen Realität und Traum – gerade im Kleinkindalter – noch nicht immer ganz bewusst ist. Wie Sie mit bösen Träumen in der Nacht bei Ihrem Kind umgehen, erfahren Sie hier.

Albträume können bei Kindern verschiedene Ursachen haben. Es können harmlose Gründe wie das Erzählen einer ein wenig zu spannenden Gutenachtgeschichte sein, ein etwas furchteinflößender Film im Fernsehen, aber auch Stress oder Erlebnisse von den vorangegangenen Tagen. Aber auch größere Veränderungen können beim Kind Albträume auslösen: Eine neue Kindergartengruppe, ein Ortswechsel, Toilettentraining, ein neues Geschwisterchen, andere Veränderungen im familiären Umfeld etc.

Besonders Kinder im Kindergartenalter sind anfällig für Albträume, da sich in diesem Alter die Fantasie, aber auch Angst zu entwickeln beginnen. Es ist daher absolut normal, dass bei Ihrem Kind immer wieder Albträume auftreten – Sie müssen sich deshalb als Elternteil weder Vorwürfe noch übermäßige Sorgen machen.

Wie kann ich meinem Kind helfen?
Wenn Ihr Kind nach Ihnen ruft oder Sie es weinen hören, gehen Sie sofort zu ihm. Es braucht nun Ihre Nähe, will gehalten und beruhigt werden. Legen Sie sich zu ihm ins Bett und lassen Sie sich von dem Traum erzählen, wenn Ihr Kind das will. Manche Kinder können das im ersten Schreck jedoch nicht oder wollen es auch gar nicht. Beruhigen Sie Ihr Kind, indem Sie ihm sagen, dass es sich zwar echt angefühlt hat, aber nur ein Traum war – die bösen Erlebnisse sind nur in seinem Kopf passiert. Im echten Leben ist alles in Ordnung. Diese Worte werden Ihr Kind vielleicht nicht gleich beruhigen, aber sie sind wichtig, damit Ihr Kind lernt, dass es einen Unterschied zwischen Traum und Wirklichkeit gibt.

Manche Kinder erzählen dann in der Früh von dem Albtraum. Wenn Sie das Gefühl haben, es war für Ihr Kind wirklich ein intensives Erlebnis, das es sehr beschäftigt, lassen Sie es ein Bild davon malen, das es dann zerreißen soll. Reden Sie kurz mit ihm darüber, erklären Sie ihm, warum die Ängste aus dem Traum unbegründet sind. So kann es den Traum besser abschließen.

Wenn Ihr Kind von Hexen, Monstern oder wilden Tieren geträumt hat, die in seinem Zimmer waren, können Sie ihm auch zeigen, dass hier nichts ist. Manchen Kindern hilft auch ein Nachtlicht oder eine Taschenlampe, um es ausreichend zu beruhigen, bei wieder anderen können die Stofftiere in der Nacht zum Aufpassen abgestellt werden.

Kann man Albträume verhindern?
Grundsätzlich nicht. Man kann jedoch die Wahrscheinlichkeit eines Auftretens verringern. Ein wichtiges Element dafür ist das Einschlaf-Ritual. Gestalten Sie die letzten beiden Stunden vor dem Schlafengehen möglichst ruhig und immer nach dem gleichen Schema: Baden oder Duschen, Zähneputzen, dann Kuscheln und ein schönes Buch gemeinsam ansehen bzw. eine nette, nicht aufwühlende Gutenachtgeschichte. Dimmen Sie das Licht und respektieren Sie es auch, wenn Ihr Kind zumindest einen Lichtstrahl vom angrenzenden Zimmer sehen möchte, damit es einschlafen kann. Manchen Kindern helfen auch fluoreszierende Bilder mit schönen, beruhigenden Elementen, da sie die absolute Dunkelheit nicht mögen.

Wurde Ihr Kind in letzter Zeit häufiger von Albträumen geplagt, können Sie auch noch ein wenig tiefer in die psychologische Trickkiste greifen: Suchen Sie mit Ihrem Kind gemeinsam einen Traumfänger aus, der die bösen Träume einfängt und nur die guten Träume ins Zimmer fliegen lässt. Bitten Sie mit dem Kind gemeinsam die Stofftiere, in der Nacht gut aufzupassen und einen bösen Traum zu vertreiben. Sie können dem Kind auch ein kleines Sprühfläschchen mit Wasser und ein paar Tropfen Parfum geben, mit dem es sich am Abend ein wenig einsprühen darf – dem Anti-Albtraum-Spray.

Meist sind Albträume eine Phase, die von selbst wieder vergeht. Wenn die Albträume jedoch über Monate bleiben, sollten Sie mit Ihrem Kind einmal den Kinderarzt oder einen Kinderpsychologen aufsuchen – vielleicht hat Ihr Kind ein Problem, über das es mit niemandem spricht und mit dem es alleine nicht zurechtkommt.

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