Mo, 20. November 2017

Zwitter-Trend 2012

28.02.2012 10:15

Smartphone und Tablet wachsen zusammen

Das Geschäft mit Internethandys läuft besser denn je, zugleich boomt jenes mit Tablet-Computern. Wer sich bisher nicht entscheiden konnte, findet zunehmend eine Alternative: Der neueste mobile Trend sind Zwittermodelle, die Smartphone und Tablet zusammenbringen.

Die neuen Geräte sind größer als herkömmliche Smartphones und kleiner als Tablets. Ihre Bildschirme sollen groß genug sein, um darauf komfortabel Videos und normale Internetseiten betrachten zu können. Andererseits kann damit wie mit dem klassischen Handy telefoniert werden.

Die Hersteller gehen ihre Vorstellung vom mobilen Zwitter dabei durchaus unterschiedlich an. Präsentiert werden solche Geräte derzeit auf der Mobilfunk-Messe Mobile World Congress (MWC) in Barcelona.

Optimus Vu als neuester Trendsetter
Der Elektronikkonzern LG hat dort etwa sein Tabletphone Optimus Vu vorgestellt. Das ist gerade einmal 8,5 Millimeter dick und damit deutlich dünner als klassische Tablet-PCs. Gleichzeitig hat der Bildschirm eine Diagonale von fünf Zoll - und ist damit um einiges größer als bei den allermeisten Smartphones. "Es gibt dafür unserer Meinung nach einen Markt", sagt der LG-Marketingchef für Europa, Daniel Hernandez. "Das ist ein Produkt, das gleichzeitig Tablet und Smartphone ersetzt."

Das Optimus Vu kann nicht nur mit den Fingern, sondern auch mit einem Stylus bedient werden. Es wird vorerst mit Android 2.3 ausgeliefert, das Update auf die aktuelle Version 4.0 soll jedoch innerhalb von drei Monaten folgen. Das Gerät mit einer Auflösung von 1.024 mal 768 Pixeln wird von einem Zweikern-Snapdragon-Prozessor mit 1,5 Gigahertz angetrieben, ein Gigabyte Arbeitsspeicher und acht Gigabyte interner Speicher stehen zur Verfügung. Neben der Front- gibt es eine rückwärtige Kamera samt LED-Blitz, die mit acht Megapixeln auflöst. Integriert sind neben WLAN der neue Datenübertragungsstandard LTE (Long Term Evolution) für schnelleres Internetsufren sowie die Funktechnologie NFC, die vor allem der bargeldlosen Bezahlung dient. Der Preis für das Gerät ist bisher nicht bekannt, es soll im März auf den Markt kommen, vorerst in Korea.

Galaxy Note startete den Trend
Vorgemacht hatte es im vergangenen Herbst der ebenfalls aus Südkorea stammende Konzern Samsung. Er brachte das Galaxy Note heraus, das größenmäßig zwischen Samsungs sehr erfolgreichen Smartphones und den ebenfalls viel verkauften Tabletrechnern liegt und mit den Fingern ebenso wie mit einem Stylus bedient werden kann. Das Zwittergerät kommt gut an: Mehr als eine Million Mal verkaufte sich das Galaxy Note in nur zwei Monaten.

Das ursprüngliche Galaxy Note verfügt über einen 5,3 Zoll großen AMOLED-Bildschirm mit 1.280 mal 800 Pixeln. Neben dem Zweikern-Prozessor ARM Cortex A9 mit 1,4 Gigahertz beinhaltet der Zwitter ein Gigabyte Arbeitsspeicher und 16 Gigabyte internen Speichern. Zwei Kameras, die hintere mit acht Megapixeln und LED-Blitz, sind ebenfalls an Bord wie WLAN, Bluetooth, GPRS, HSDPA, EDGE und - gegen Aufpreis - LTE.

Zwitter mit großem Display: Neues Galaxy Note 10.1
Nun hat Samsung auf dem MWC den großen Bruder vorgestellt: Das Galaxy Note 10.1. Es verfügt, wie der Name schon sagt, über einen 10,1 Zoll großen Bildschirm und soll als Handy, aber auch wie ein Computer nutzbar sein. Verbaut werden gleich leistungsstarke Komponenten wie beim 5,3-Zoll-Modell, dafür ist es mit 8,9 statt 9,65 Millimetern noch etwas dünner. Die rückwärtige Kamera ist mit drei Megapixeln (und LED-Blitz) allerdings ebenfalls abgespeckt. Als Betriebssystem kommt Android 4.0 zum Einsatz, das Gerät soll ab dem zweiten Quartal 2012 in Österreich erhältlich sein.

Asus lässt Smartphone ans Tablet andocken
Einen anderen Ansatz verfolgt der taiwanische Elektronikkonzern Asus: Der hat auf dem MWC nun offiziell das Padfone vorgestellt. Bei diesem lässt sich das Smartphone aus einem Schubfach im Tablet herausnehmen. Das Telefon funktioniert unabhängig vom Tablet, doch lassen sich Bilder und Videos vom Smartphone auch bequem auf dem deutlich größeren Bildschirm des Tablets betrachten. In den Läden erhältlich sein soll das Gerät ab April. Eine Version, die den schnellen Mobilfunkstandard LTE unterstützt, soll im Herbst in den Handel kommen.

Das Gerät läuft mit der neusten Android-Version 4.0 und ist mit einem Snapdragon-S4-Prozessor von Qualcomm ausgestattet. Das Mobilteil hat ein 4,3 Zoll großes Display. Nach dem Einstecken in die Dockingstation wird die Bilddarstellung automatisch auf das Tablet- Display übertragen.

Gute Aussichten für Zwittermodelle
Die Verbindung von Smartphone und Tablet halten Branchenexperten für quasi naturgegeben: Verbraucher benutzten die Geräte fast für die gleichen Zwecke - zum Surfen im Internet, für E-Mails, soziale Netzwerke und zur Unterhaltung mit Videos und Spielen, sagt David Gosen vom Marktforscher Nielsen. Auch die zum Einsatz kommenden Betriebssysteme sind auf beiden Gerätearten die gleichen. Carolina Milanesi vom Marktforschungsinstitut Gartner ergänzt, dass 30 Prozent der Miniprogramme, der sogenannten Apps, genauso auf Tablets wie auf Smartphones zum Einsatz kommen.

Dells Streak als Negativbeispiel
Restlos überzeugt sind die Experten aber noch nicht. Sie erinnern unter anderem an das Modell Streak des US-Computerbauers Dell: Es sollte ab dem Sommer 2010 die Lücke zwischen Smartphone und Tablet schließen - und wurde mangels Erfolg Ende vergangenen Jahres wieder eingestellt. "Wir glauben nicht, dass dieses Format besonders erfolgreich wird, denn es ist weder das eine noch das andere. Es ist zu groß für ein Smartphone und zu klein für ein echtes Tablet", sagt Milanesi. Ob sich diese Vorhersage bewahrheitet, bleibt abzuwarten, schließlich hat sich der Tablet- und Smartphone-Markt seit der Einführung des Streak stark verändert, wie auch der Erfolg des Galaxy Note beweist.

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