Fr, 24. November 2017

Ab 2012 in Europa

02.03.2011 17:24

Ford setzt in neuen Focus-Modellen auf Sprachsteuerung

Lenken muss man zwar auch in Zukunft noch mit den Händen, doch zumindest das Infotainment-System in den neuen Focus-Modellen des Autoherstellers Ford soll per Sprache gesteuert werden. Möglich macht dies die Technologie "Sync", welche 2012 auch in Europa erhältlich sein wird, wie Ford-Chef Alan Mulally am Dienstag persönlich auf der CeBIT in Hannover ankündigte. Er habe die Einladung, auf der CeBIT eine Keynote zu halten, sehr gerne angenommen, sagte Mulally der Deutschen Presse-Agentur dpa. Damit werde auch unterstrichen, dass Ford ein Technologie-Unternehmen sei.

Mit Sync lassen sich zahlreiche Funktionen per Sprachbefehl bedienen. Die Spracherkennung basiert auf der Technologie von Nuance Communication und versteht inzwischen mehr als 10.000 Sprachbefehle, "sodass Ford-Fahrer bald völlige Freiheit bei der Eingabe eines Navigationsziels, eines Musikwunsches oder einer Rufnummer sowie bei der Steuerung der Klimaanlage und weiterer Anwendungen genießen", wie es in einer Mitteilung von Nuance heißt. 

Mittels eines in der Konsole integrierten Media-Hubs lassen sich externe USB- oder SD-Datenträger laden. Weitere Funktionen lassen sich über ein Touch-Display nutzen, zahlreiche andere Geräte wie Apples iPhone oder Android-Smartphones können zudem über eine Schnittstelle angeschlossen werden. Bei einem Unfall wird überdies automatisch die lokale Notrufzentrale kontaktiert.

Microsofts Windows Embedded Automotive als Basis
Sync ist unter anderem aus einer Kooperation mit dem Softwarehersteller Microsoft entstanden. Basis ist Microsofts Betriebssystem Windows Embedded Automotive. Mit Microsoft verbinde Ford eine enge und lange Partnerschaft, sagte Mulally. Er selbst sei in der Nähe von Seattle unweit von Microsofts Unternehmenssitz aufgewachsen. Ford arbeite aber auch mit anderen IT- und Internet-Unternehmen wie Apple und Google zusammen.

Viele Automobilhersteller - vor allem aus Deutschland wie VW oder Audi - setzen bei ihren Infotainment-Systemen auf Eigenentwicklungen. Fiat kooperiert mit seinem BluMe-System dagegen ebenfalls mit Microsoft. Ein Problem sieht Mulally darin nicht. Ford arbeite zwar intensiv mit IT-Partnern zusammen, das Konzept von Sync stamme aber aus dem Hause Ford.

Sync für Kunden oftmals kaufentscheidend
In den USA habe Ford bereits drei Millionen Kunden durch Sync gewonnen, sagte Mulally. Mehr als 80 Prozent von ihnen würden das System auch weiter empfehlen. Mittlerweile gehöre Sync bei den Kunden zu einem von vier Gründen für eine Kaufentscheidung. In Europa will der Autohersteller bis 2015 insgesamt zwei Millionen Focus-Modelle mit Sync verkaufen.

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