Do, 23. November 2017

Probe für die Liebe

18.10.2010 19:03

Getrennte Betten – der Anfang vom Ende?

"Wir schlafen in getrennten Zimmern." Dieser Satz genügt meist, um wilde Trennungsspekulationen auszulösen. Doch dem muss nicht so sein. Immer mehr Paare bevorzugen getrennte Schlafstätten. Die Gründe hierfür sind sehr unterschiedlich, nicht selten steht eine ausgeprägte Nachtruhe im Vordergrund. Und die Romantik muss dennoch nicht darunter leiden.

Untersuchungen aus den USA zufolge verbringt etwa jedes vierte verheiratete Paar seine Nächte zwar unter einem Dach, nicht jedoch in einem Bett – Tendenz steigend. Gründe dafür gibt es viele. Der naheliegendste: Der Partner schnarcht und bringt den anderen damit regelmäßig um seine wohlverdiente Nachtruhe. Getrennte Betten steigern somit den Lebenswert beider Partner, da auf der einen Seite das schlechte Gewissen abnimmt, auf der anderen Seite der Erholungswert aufgrund durchschlafener Nächte enorm zunimmt. Beide sind entspannter und als Folge auch liebevoller miteinander.

Gegenseitiger Respekt und unterschiedliche Gewohnheiten
Oft wird auch mit zunehmendem Alter auf ein gemeinsames Bett verzichtet. Nämlich dann, wenn bei einem Partner der Harndrang in der Nacht zunimmt und öfter das Bett während der Nacht verlassen werden muss. Um den anderen nicht zu wecken, wird ein zweiter Schlafraum als sehr zweckdienlich empfunden. Aber auch um mit den Körpergeräuschen und Ausdünstungen des anderen nicht unmittelbar konfrontiert zu sein, wird oft aus gegenseitigem Respekt ein zweites Schlafzimmer eingerichtet.

Manchmal entscheiden sich aber auch schon Jungfamilien für getrennte Betten. Dies ist oft in jener Zeit der Fall, wenn der kleine Spross der Familie noch nicht durchschläft und somit regelmäßig Mami und Papi aufweckt. Jener Elternteil, der die Kinderbetreuung über hat, wandert in ein separates Zimmer aus, um die Nachtruhe des berufstätigen Elternteils zu sichern.

Aber auch sehr simple Gründe wie unterschiedliche Tagesrhythmen können zwei Schlafräume sinnvoll werden lassen. Bist du eher ein Morgenmensch, der dafür früh ins Bett fällt, wird dein Partner, der bis Mitternacht arbeitet oder liest, deine Nachtruhe negativ beeinflussen. Viele Paare erleben es auch als bereichernd, ihren eigenen Raum in einem gemeinsamen Zuhause zu haben – ihr Reich, in das sie sich zurückziehen können. Wo sie mit offenem Fenster schlafen können, obwohl der Partner dabei kein Auge zukriegen würde.

Bereicherung für das Liebesleben
Nachlassende Lust und Leidenschaft bzw. handfeste Konflikte sind eher selten die Ursache für getrennte Betten. Im Gegenteil: Getrennt schlafende Partner berichten davon, dass dies ihr Liebesleben sogar bereichert hat. Die gegenseitigen Besuche im Reich des anderen halten einen gewissen erotischen Nervenkitzel aufrecht.

Trotzdem gehen nicht viele Paare wirklich den Schritt, ihre Nachtruhe getrennt zu verbringen. Vor allem Frauen wittern hinter getrennten Betten ein Beziehungsproblem. Sie schlafen lieber schlecht, bevor sie getrennte Betten akzeptieren. Männer wollen den Wunsch oft nicht ansprechen, um ihre Partnerin nicht zu verletzen. Liebe bedingt jedoch nicht notwendigerweise auch gemeinsame Betten. Oft spielen auch soziale Faktoren eine Rolle: Was werden unsere Freunde sagen? Wie reagieren die Kinder darauf?

Bringt dein Partner daher den Vorschlag auf den Tisch, dann solltest du zunächst hinterfragen, woher der Wunsch nach getrennten Betten kommt. Rührt dieser nicht aus einem Konflikt, kann es ein interessantes Experiment sein, sich darauf einzulassen und zu sehen, wie sich die Qualität eurer Beziehung ändert. Liegt dem Wunsch ein Konflikt zugrunde, solltet ihr miteinander sprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen.

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