Fr, 15. Dezember 2017

Schutz vor Razzien

18.08.2010 11:51

"Piratenpartei" will "WikiLeaks"-Server übernehmen

Die schwedische "Piratenpartei" übernimmt die Verantwortung für die Server des umstrittenen Aufdecker-Portals "WikiLeaks". Die Vize-Vorsitzende der um den Einzug in den schwedischen Reichstag kämpfenden Partei, Anna Troberg, sagte am Dienstag gegenüber dem schwedischen Rundfunk, ein entsprechendes Abkommen sei am vergangenen Sonntag bei einem Abendessen unterzeichnet worden. "WikiLeaks"-Gründer Julian Assange hatte sich zuletzt in Schweden aufgehalten.

Troberg zufolge wolle die "Piratenpartei" die "WikiLeaks"-Server "innerhalb einiger Tage" unter ihre Fittiche nehmen und so vor möglichen Razzien zusätzlich schützen. Die Politikerin glaubt, dass eine Durchsuchung oder Beschlagnahme von Computern einer politischen Partei eine zusätzliche Schwelle für mögliche behördliche Aktionen darstellt.

"WikiLeaks" war nach der Veröffentlichung von umfangreichem Geheimmaterial über den US-Einsatz in Afghanistan (siehe Infobox) sowohl von Washington, der NATO als auch von Menschenrechtsorganisationen heftig angegriffen worden. Letztere befürchten, dass das Bekanntwerden der Namen von Kollaborateuren diese zum Ziel von Racheaktionen der Taliban machen könnten.

Thailand sperrt Wikileaks-Zugang
Thailand hat unterdessen den Zugang zu Wikileaks gesperrt. Die Seite sei aus Sicherheitsgründen nicht mehr abrufbar, teilte eine Regierungssprecherin am Mittwoch in Bangkok mit. Grundlage für die Sperrung sei der Ausnahmezustand nach den Oppositionsunruhen im Frühjahr, der in der Hauptstadt Bangkok und sechs weiteren Provinzen weiter gilt.

Die wochenlangen Proteste hatten das Land im März und April an den Rand eines Bürgerkriegs gebracht und waren von der Armee gewaltsam aufgelöst worden. Insgesamt kamen 91 Menschen ums Leben, rund 1.900 weitere wurden verletzt.

Thailand hat in den vergangenen Jahren tausende Websites gelöscht, mehrheitlich wegen Beleidigung der Monarchie - ein Delikt, das in dem südostasiatischen Land mit bis zu 15 Jahren Haft geahndet wird. Die Regierung in Bangkok richtete sogar ein Büro für Cyber-Kriminalität ein, das Kritik an der Königsfamilie im Netz verfolgen soll.

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