Mi, 25. April 2018

Stickoxid-Masterarbeit

12.04.2018 18:39

Dreck aus Diesel-Autos? Schifffahrt ist schlimmer!

Diesel-Pkws sind die Geißel der Zeit? Wohl kaum, auch wenn massiv auf den Selbstzünder eingeprügelt wird und die mit ihm angetriebenen Autos in der öffentlichen Diskussion um zu hohe Stickoxid-Belastungen in deutschen Städten im Zentrum der Kritik stehen. Eine Masterarbeit richtet jetzt den Fokus auf die Schifffahrt - und das ist spannend.

Wir kennen die Vergleiche: Die 15 größten Kreuzfahrtschiffe der Welt blasen mehr Dreck in die Umwelt als der gesamte Pkw-Verkehr der Erde. Das ist plakativ, ungenau und falsch. Zum einen ging es in dem Vergleich ursprünglich um Schwefeloxide, die heutzutage bei Autos nicht mehr vorkommen, zum anderen stimmen die Zahlen hinten und vorne nicht.

Trotzdem ist der Schiffsverkehr ein gewichtiger Faktor in Sachen Luftreinheit, der zum Himmel stinkt. Und zwar nicht nur der auf den Weltmeeren, sondern auch der auf Flüssen. Genau damit hat sich nun ein deutscher Physik-Student für seine Masterarbeit an der Uni Duisburg-Essen im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen beschäftigt.

Und damit auch mit dem Sinn oder Unsinn von Dieselfahrverboten in Deutschland. Die sollen bekanntlich zu einer deutlichen Senkung der Stickoxid-Belastung führen. Doch Student Lennart Korsten kommt zu dem Schluss, dass diese Belastung zumindest in Städten am Rhein trotz möglicher Fahrverbote noch bis ins Jahr 2030 über den Grenzwerten liegen werde. Schuld daran ist die Schifffahrt.

Wie die Rheinische Post berichtete, hat sich der Physik-Student in den Hochrechnungen seiner 130-seitigen Masterarbeit auf Daten des Gas- und Wärmeinstituts Essen gestützt. Das zentrale Ergebnis: Selbst wenn alle Dieselfahrzeuge an Ruhr und Rhein durch Benziner ersetzt würden, wäre das Stickoxid-Problem nur entlang der Ruhr gelöst. In Städten entlang des Rheins wären hingegen weiterhin Überschreitungen der Grenzwerte aufgrund der Schifffahrt zu erwarten. Neben Düsseldorf, Köln und Bonn würde dies auch Wesseling oder Xanten betreffen.

Nach Ansicht von Michael Schreckenberg, Hochschullehrer der Uni Essen, werfen die Erkenntnisse der Masterarbeit zwei zentrale Fragen auf: Erstens: Ob Schiffe umgerüstet werden sollten? Und zweitens: Ob Fahrverbote für Diesel-Pkw überhaupt sinnvoll sind?

 krone.at
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