Mi, 25. April 2018

Fall Skripal

03.04.2018 21:05

Russische Herkunft des Gifts nicht nachweisbar

Für das britische Militärlabor ist eine russische Herkunft des Nervengifts im Fall Skripal nicht eindeutig nachweisbar. „Wir haben seinen genauen Ursprung nicht identifiziert“, sagte Laborleiter Gary Aitkenhead über die Analysen des Giftes. Die Wissenschaftler des Forschungszentrums des britischen Verteidigungsministeriums hätten aber festgestellt, dass es sich tatsächlich um das Präparat Nowitschok gehandelt habe. Der Kreml forderte am Dienstag eine Entschuldigung Großbritanniens.

Das zur militärischen Verwendung gedachte Nervengift wurde vom sowjetischen Militär in den 1970er- und 1980er-Jahren entwickelt. Die britische Regierung wirft der Regierung in Moskau vor, hinter dem Anschlag auf den Ex-Spion Sergej Skripal und dessen Tochter Julia am 4. März im englischen Salisbury zu stecken. Beide kamen in lebensbedrohlichem Zustand ins Krankenhaus, inzwischen ist die Tochter auf dem Weg der Besserung.

Diplomatische Beziehungen massiv belastet
Der Anschlag von Salisbury hat die ohnehin schon angespannten Beziehungen zwischen Russland und dem Westen zusätzlich massiv belastet. Als Konsequenz aus dem Anschlag wiesen Großbritannien und mehr als 20 Partnerländer wie Deutschland, Frankreich und die USA - nicht aber Österreich - Dutzende russische Diplomaten aus. Moskau wies daraufhin seinerseits Dutzende Diplomaten westlicher Länder aus.

Auf russischen Antrag hin gehen Experten der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) dem Vorwurf Großbritanniens nach, dass Russland hinter dem Giftanschlag stecke. Der OPCW-Exekutivrat befasst sich am Mittwochvormittag in einer Sondersitzung in Den Haag mit dem Fall Skripal, wie die Organisation am Dienstag bestätigte.

OPCW-Sitzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit
OPCW-Experten hatten Spuren des Giftes untersucht, noch ist allerdings unklar, ob bei der Sondersitzung Ergebnisse vorgelegt werden. Russische Behörden hatten gefordert, in die Ermittlungen miteinbezogen zu werden. Andernfalls würden sie die Untersuchungsergebnisse der OPCW-Experten nicht anerkennen. Auf Antrag Russlands sollte die Sitzung auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Russland hatte der OPCW zuvor einen Fragenkatalog zur Klärung des Vorfalls geschickt. Nach russischen Angaben wollte die Organisation noch vor Beginn der Sondersitzung die Fragen beantworten. Die OPCW ist verantwortlich für die Umsetzung der Chemiewaffenkonvention aus dem Jahr 1997.

Russland fordert Entschuldigung
Russland fordert nun aufgrund der neuen Informationen eine Entschuldigung von Großbritannien. „Auf irgendeine Weise muss man sich bei Russland entschuldigen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge am Dienstag bei einem Besuch von Präsident Wladimir Putin in der Türkei.

 krone.at
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