Sa, 24. Februar 2018

krone.at-Test

12.02.2018 11:46

„Dragon Ball FighterZ“: Fesselnde Anime-Prügelei!

Das „Dragon Ball“-Universum ist seit Jahrzehnten ein Fixstern am Anime-Firmament und hat schon eine ganze Reihe von Videospielen hervorgebracht. Nach dem MMO-Ausflug „Xenoverse“ hat Bandai Namco dem Spielekatalog jüngst eine neue Prügelei hinzugefügt: „Dragon Ball FighterZ“. Wie sich die kunterbunte Action spielt, hat krone.at getestet.

Muskelbepackte Superkämpfer, die sich minutenlang Beschimpfungen an den Kopf werfen, sich aufplustern und sich schließlich absurd mächtige Angriffe mit Energiestrahlen um die Ohren hauen: Das ist die Welt des Kult-Animes „Dragon Ball Z“, der hierzulande mit einiger Verspätung – in Japan erschien die Serie schon 1989 – ab Sommer 2001 auf RTL 2 über die TV-Bildschirme flimmerte.

„Dragon Ball“ zum selber spielen
In der neuen Videospieladaption „Dragon Ball FighterZ“ darf der Spieler die Helden des Animes nun selber steuern. Der Fokus liegt auf flotten Multiplayer-Prügeleien, in denen sich Son Goku, Piccolo und ihre Widersacher mit mächtigen Kombos und Spezialfähigkeiten bekriegen, es gibt aber auch einen Story-Modus, der die Geschichte um die Cyborgs der mysteriösen Red-Ribbon-Armee weiterspinnt und dem Anime-Universum einen neuen fiesen Widersacher hinzufügt.

Das Game ist schöner als die TV-Serie
Die große Stärke von „Dragon Ball FighterZ“ ist seine Inszenierung: Das Spiel sieht aus, als stamme es aus der Feder eines Anime-Künstlers, Schärfe und Detailgrad der Charaktere und Kampfarenen spielen im heutigen Full-HD-Zeitalter sogar noch ein Stück über der Pracht der damals noch nicht in HD ausgestrahlten Serie. Davon profitiert der Story-Modus: Auch, wenn die Geschichte an sich nicht übermäßig wendungsreich ist und man die Zwischensequenzen etwas abwechslungsreicher erzählen hätte können, fühlt man sich in der Kampagne doch fast, als wäre man Teil der Serie.

Japanische Sprache, mittelprächtige Untertitel
Schwächen leistet sich „Dragon Ball FighterZ“ bei der Inszenierung kaum. Der rockige Soundtrack gefällt, die Soundeffekte passen. Dass die Sprachausgabe im japanischen Original stattfindet, wird Anime-Fans vermutlich nicht stören. Bei der Untertitelung auf Deutsch haben sich allerdings vereinzelt Fehler eingeschlichen. Für unseren Geschmack ebenfalls nicht ganz optimal: Beim Menü handelt es sich um eine isometrische Karte, die dem Spieler unnötige Laufwege aufbürdet, bevor er sich in einen Story- oder Multiplayer-Kampf stürzen kann.

Spielerisch mehr „Street Fighter“ als „Tekken“
Abseits dieser Kleinigkeiten ist „Dragon Ball FighterZ“ ein rundes Ding, mehr „Street Fighter“ als „Tekken“. Es dauert zwar etwas, bis man das Kampfsystem verinnerlicht hat und die mächtigsten Angriffe parat hat, wenn es darauf ankommt. Hat man die Bewegungsmuster einmal intus, spielt es sich aber angenehm taktisch: Es gilt, Lücken in der gegnerischen Verteidigung auszumachen, zu verheerenden Kombos anzusetzen – und die dabei erzeugte Energie gleich in noch mächtigere Attacken umzusetzen.

Belohnt wird dabei, wer seinen Kämpfer gut beherrscht: Je mehr Kombos man anbringt, umso verheerender werden die daraus resultierenden Spezialangriffe und umso wilder geht es am Bildschirm zu. Das motiviert zum Training und belohnt Spieler, die geschickt spielen, statt einfach wild Knöpfe zu drücken. Mit etwas Glück katapultiert man den Gegner gar mit einem „Zerstörungs-Finish“ - aus der Arena und zerstört Berge und Gebäude bei der Aktion.

Um sich auf Kämpfe gegen menschliche Widersache vorzubereiten, sei übrigens ausdrücklich das Spiel gegen selbige empfohlen: Die Künstliche Intelligenz im Einzelspielermodus kann zwar durchaus fordernd sein, sie verhält sich aber nicht unbedingt so, wie es ein menschlicher Gegner täte.

Saubere Balance für zwei Dutzend Kämpfer
Obwohl jeder der gut zwei Dutzend Kämpfer – Nachschub per DLC ist zu erwarten - seine eigenen Moves und Spezialangriffe besitzt, ist „Dragon Ball FighterZ“ sauber ausbalanciert. In der Praxis entscheidet eher spielerisches Geschick als die Wahl des Charakters über Sieg oder Niederlage.

Fazit: Auch, wenn die Story gehaltvoller sein dürfte und manche Details – etwa die Menüs – nicht jedermanns Sache sein werden: „Dragon Ball FighterZ“ ist für Fans der Anime-Vorlage ebenso wie für Prügelspiel-Afficionados ein tolles Spiel. Die bildhübsche Inszenierung, die liebenswerten Charaktere und die flotten und spektakulären Kämpfe fangen die Atmosphäre der Serienvorlage exzellent ein, überdies sorgt das Kampfsystem mit seiner sauberen Balance und der befriedigenden Lernkurve dafür, dass sich das Game sehr gut für Mehrspieler-Sitzungen eignet.

Plattform: PC, PS4 (getestet), Xbox One
Publisher: Bandai Namco
krone.at-Wertung: 8/10

Dominik Erlinger
Redakteur
Dominik Erlinger
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