Der Bundespräsident ist eher zurückhaltend und trotzdem ein Mann mit klaren Worten, wenn die Gelegenheit passt. Man kann zum Staatsoberhaupt stehen, wie man will. Aber seine Ansprache bei der Eröffnung der Bregenzer Festspiele war treffend und sprach die Situation in unserem Land klar und deutlich an. Mit feiner Klinge war einmal mehr zwischen den Zeilen zu hören, warum er, ohne Namen zu nennen, manche politischen Vertreter nicht in Verantwortung sehen möchte. Freiheit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit, Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit, Mitmenschlichkeit und Verantwortung seien „keine altmodischen Begriffe aus dem Geschichtsbuch“, sondern die tragenden Fundamente des Landes, meinte Van der Bellen. Diese Werte müssten nicht nur von Politik und Institutionen gepflegt werden, sondern von jedem Einzelnen – von Lehrern, Polizisten, Unternehmern, Journalisten, Bürgermeistern und Eltern. „Üben wir uns in Respekt. Respekt ist ansteckend. Dagegen müssen wir uns nicht impfen“, so der Bundespräsident. Van der Bellen verglich die österreichische Gesellschaft mit einem Orchester. Für das Miteinander benötige man auch Taktgefühl. Man müsse wissen, wann man lauter und leiser sein muss, damit andere gehört werden. Klare und treffende Worte, die sicher bei vielen Menschen Zustimmung finden!
Mag. Hans Rankl, St. Pölten
Erschienen am Fr, 24.7.2026
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