Rund um Martini landen in Österreich 250.000 Gänse auf dem Teller. Über 75% davon kommen aus dem Ausland, weit entfernt von Bio-Weideganshaltung. Nach einem erbärmlichen Dasein in ammoniakverseuchten Massenställen, am Leben erhalten durch Antibiotika und vollgestopft mit Mastfutter, enden diese bedauernswerten Geschöpfe als Festtagsbraten. Gänsestopfleber und „Pusztarupf“ zur Daunengewinnung sind in Ungarn gängige Praxis. Gänse werden dabei mit Schlauch und Trichter zwangsgefüttert, bis es zu einer krankhaften Vergrößerung der Leber kommt, die dann als besondere Delikatesse gilt. Der Rest des Gänsekadavers landet als Martinigansl auf dem Teller.
Ingrid Stracke, Vasoldsberg
Erschienen am Sa, 11.11.2023
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