Das freie Wort

Da läuft was schief!

Das Gerangel um Fachkräfte artet tatsächlich schon zu einem Kampf aus. Die Gegner sind andere EU-Staaten, und der Kampf wird auch in Asien ausgetragen; das Zauberwort ist „qualifizierte Zuwanderung“. Da werden schon Gespenster an die Wand gemalt. Da heißt es beispielsweise: „Ohne konsequentes Gegensteuern wird diese Lücke bis zum Jahr 2040 auf über 500.000 ansteigen.“ Da wäre es vielleicht doch eine Überlegung wert, ob nicht vom immerwährenden Wirtschaftswachstum abgerückt werden sollte. Ob es nicht sinnvoll wäre, die Wirtschaft auf eine gleichbleibende oder sogar leicht sinkende Bevölkerung auszurichten. Aber jetzt geht es immer noch darum, irgendwo auf der Welt die fehlende Menge an qualifizierten Arbeitskräften aufzutreiben. Auf der Suche danach ist man mittlerweile schon bis auf die Philippinen gekommen. Zu dieser Suche nach Fachkräften auf den Philippinen äußerte sich auch der Generalsekretär der AK, und er meinte: „Natürlich muss es immer um kontrollierte Zuwanderung gehen: Wir müssen selbst entscheiden, wer zu uns ins Land kommt.“ Das ist gut gesagt. Aber warum zum Teufel wird das nicht so gemacht? Warum lassen wir, so wie vergangenes Jahr, mehr als 120.000 ins Land, die anscheinend für die Wirtschaft als qualifizierte Fachkräfte nicht infrage kommen, die Stammgast im Sozialamt werden? Und wir sind trotz dieses riesigen Potenzials an Arbeitskräften dann weltweit auf der Suche nach Fachkräften, die wir brauchen. Da stimmt doch was nicht.

Josef Höller, per E-Mail

Erschienen am Sa, 11.11.2023

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