Das freie Wort

Gasversorgung gesichert?

Die Gasversorgung sei auch ohne Russengas gesichert, tönt es aus dem Büro der Ministerin, die für die Energieagenda zuständig ist. Na, dann können wir ja beruhigt sein! Oder doch nicht? Um vom Russengas unabhängig zu werden, bedarf es einer neuen Pipeline. Ein diesbezüglicher Vorschlag liegt seit April der Ministerin vor. Es geht um eine Verbindung nach Deutschland, 40 km lang. Auch die Kosten sind mit etwa 200 Mio. ¤ überschaubar, und die veranschlagte Bauzeit von 12 bis 15 Monaten würde die bisherige Abhängigkeit vom Russengas eliminieren. Gebaut soll diese Verbindung von einer Verbundtochter werden. Und was sagt diese? Alles nicht wahr, Kosten und Bauzeit sind viel zu gering angesetzt! Ein großteils verstaatlichtes Unternehmen – 80% des Verbunds sind im Staatsbesitz – streitet mit dem Ministerium über die Realisierung. Wertvolle Zeit ist bereits vergangen und vergeht weiterhin. Es geht ja nur um die Versorgungssicherheit Österreichs. Und was macht die Ministerin? Sie beruhigt und verweist auf die gefüllten Gasspeicher. Anstatt eine interdisziplinäre Projektgruppe einzusetzen und sofort damit zu beginnen, die Genehmigungen zu sichern, sieht die Ministerin zu. Gut, sie ist entschuldigt, sie war ja in den vergangenen Monaten damit beschäftigt, die Mitarbeiter mit einem Genderleitfaden zu beglücken. Wir können also beruhigt schlafen, oder? Wer nimmt sich der Sache an und nimmt der offensichtlich überforderten Ministerin das Projekt ab?

Dr. Erich Gnad, Wien

Erschienen am Sa, 11.11.2023

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