Das freie Wort

Liebe Gewerkschafter!

Warum ihr euch bei euren Streiks auf das Niveau von Klimaklebern begebt, ist für mich nicht nachvollziehbar. In einem Punkt bin ich vollkommen bei euch: Gibt es nichts für die „Kleinen“, darf es auch nichts für die „Großen“ geben. Man spricht immer von Solidarität. Mein Vorschlag wäre: Warum macht man Lohnerhöhungen für Arbeiter und Angestellte nicht vom jeweiligen Firmengewinn abhängig? Es wird doch sicherlich schlaue Köpfe geben, die hier ein für alle Seiten gerechtes Modell errechnen können. Macht die Firma gute Gewinne, so soll jeder etwas vom Kuchen bekommen. Solidarität heißt Geben und Nehmen. Viele Klein- und Mittelbetriebe sind am Ende ihrer Belastbarkeit angelangt und werden neuerliche Mehrkosten nicht mehr verkraften, aber das ist euch egal. Geschäftsstraßen sterben aus, und werden nur noch von „Ketten“ bevölkert. Erst wenn es keine Geschäfte mehr geben wird, wird man verstehen, was man hier verbrochen hat! Im Übrigen steht es allen Arbeitern und Angestellten frei, wo sie arbeiten wollen. Dies wäre mein Ansatz zu Gerechtigkeit und Solidarität.

Christian Ruhs, Wien

Erschienen am Do, 9.11.2023

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