Mit einem neuen Parteichef in aller Ruhe und mit neuer Geschlossenheit die Partei personell und inhaltlich neu ausrichten. Die SPÖ hätte es sich so sehr gewünscht. Ein reiner Wunschtraum. Schon die Parteigremien zur Kandidatenkür offenbarten, dass die SPÖ mit interner Einigkeit irgendwie auf Kriegsfuß steht. Dann das Auszählungsdesaster am außerordentlichen Bundesparteitag. Nur zwei Tage später war das Ergebnis genau umgekehrt. So richtig Ruhe will in der SPÖ bis heute nicht einkehren. Das liegt vor allem an den überwiegenden Querschüssen aus dem Burgenland, aber auch aus anderen Ländern. Die Erstellung der Bundesliste für die EU-Wahl ist auch kein rotes Glanzstück der aktuellen Führungsetage. Vor allem aber wiegt die „ungelöste“ Kleingarten-Affäre ohne personelle Konsequenzen bei den meisten Bürgern immens schwer. Andreas Babler tut sich keinen Gefallen damit, sich die aktuellen Parteiquerelen schönzureden. Oftmalige Umarmungen mit Max Lercher machen die angebliche Geschlossenheit nicht glaubwürdiger. Die SPÖ muss aufpassen, dass der Bundesparteitag am Faschingsanfang nicht zum Running Gag wird.
Christian Stafflinger, Linz
Erschienen am Mi, 8.11.2023
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