Ein einziges Trauerspiel sind/waren die Argumente von Nationalratspräsident Sobotka in der ORF-„Pressestunde“ zum Thema Bekämpfung des (importierten) Antisemitismus. Da wird herumgeeiert und um den heißen Brei herumgeredet, statt klare Worte dafür zu finden, wie man dieses Problem wirklich bewältigen könnte. Herr Sobotka! Wenn Sie ja eh wissen, welch bildungsferne Leute da ständig zu uns kommen, dann sollten gerade Sie mit Ihrem Wissen so ehrlich sein zu sagen, dass man von denen einfach nichts voraussetzen bzw. erwarten kann! Von Menschen, die jahrelang genau auf diesen Antisemitismus getrimmt wurden und die kein Wissen über unsere österreichischen Gepflogenheiten haben! Da werden wir noch lang die berühmte Krot fressen müssen, wenn da nicht rasch Maßnahmen gesetzt werden, um die diese Unbelehrbaren gar nicht zu uns kommen zu lassen. Menschen, die in ihren Heimatländern derart radikalisiert wurden, können Sie mit noch so viel Blabla bzw. Gesetzen nicht erschrecken; die sind ganz andere Maßstäbe gewohnt. Die „klare Haltung“, die Sobotka verlangt, ist ebenso bloß heiße Luft, aber keine Maßnahme, die nur irgendetwas Konkretes wird bewirken können. Eben ein einziges Trauerspiel.
Hermann Edelhauser, Niedersulz
Erschienen am Di, 7.11.2023
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