Chefredakteur Herrmann hat es treffend formuliert. Jetzt ist die Politik am Zug. Eine Politik, die jahrelang ignoriert hat, dass Menschen sich bei uns niederlassen, die unglaublichen Hass in sich tragen. Hass, der sich nicht innerhalb weniger Integrationsstunden in Luft auflöst, der sich vielmehr in die nächste Generation fortpflanzt. Die politische Mitte ist gefordert, sollen nicht extreme Ränder unsere Zukunft gestalten. Es ist verantwortungslos, die gescheiterte EU-Migrationspolitik weiterhin schönzureden und keine Maßnahmen zu ergreifen, um die Lage zu entschärfen. Den Weg kennt man in Brüssel, doch man scheut sich, Fehler einzugestehen, selbst um den Preis der Auswirkungen, die wir bereits zu spüren bekommen. Die Beschwichtigungspolitik des ORF in Sachen Migration macht es nicht besser, wenn man mit absoluten Zahlen operiert und nicht dazusagt, dass ein Zehntel hierzulande – gemessen an der deutschen Bevölkerung – diese Steuerlast stemmen muss. Wahrheit tut not. Weiter die Augen zu verschließen werden wir uns weder finanziell noch politisch leisten können. Am meisten aber hat mich der weltweite Antisemitismus erschüttert. Ich bin keine Befürworterin der rechten israelischen Regierung (wie unzählige Israelis auch, die auf die Straße gehen), und trenne Palästinenser und Hamas, aber mir fehlen die Worte, wenn ich sehe, dass sich Menschen bei uns neben Hamasfahnen stellen, nach diesen verbrecherischen, bestialischen Gräueltaten. Dazu eine UNO, die es nicht einmal schafft, klare Worte bezüglich Hamas zu finden. Null Toleranz für Antisemitismus!
Renate Lehner, per E-Mail
Erschienen am Di, 7.11.2023
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