Vor 45 Jahren, am 5. November 1978, haben sich die Österreicher mit knappen 30.000 Stimmen Unterschied (50,5 Prozent stimmten mit Nein) gegen das Atomkraftwerk Zwentendorf und die Atomkraft im Ganzen entschieden. Es war die größte Niederlage von Bruno Kreisky in seiner 13-jährigen Amtszeit als Bundeskanzler, der mit dem Ausgang der Abstimmung auch seine weitere politische Zukunft verbunden hat. Sein Fehler war eben, dass er das Kraftwerk vollkommen hat fertigstellen lassen und erst dann das Volk darüber entscheiden konnte. Auch Kärnten sollte in St. Andrä im Lavanttal ein Kernkraftwerk erhalten – insgesamt sollten es vier in ganz Österreich werden. Im Atomkraftwerk Zwentendorf fand nie eine Kernspaltung statt, es hat nur das Land und die Politik gespalten. Bruno Kreisky ist nicht zurückgetreten und konnte 1979 bei der Nationalratswahl 51 Prozent der Stimmen erreichen – es hat ihm also nicht sonderlich geschadet, auch wenn es in Erinnerung geblieben ist. Ein schönes Zeichen ist es, dass heute am Gebäude und Gelände des Kraftwerkes in Zwentendorf mit Photovoltaikanlagen Strom aus Sonnenkraft erzeugt wird.
Markus Karner, St. Stefan
Erschienen am So, 5.11.2023
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