Aber wie kann man das auf Menschen und die moderne Gesellschaft anwenden? Wie kann man da aus einem kleinen Vermögen ein großes machen? Die Frage ist nicht zu schwer zu beantworten: am besten und einfachsten mit Immobilienspekulationen. Das heißt: Man kauft marode Unternehmen billig an und macht daraus florierende, die man dann teuer verkaufen kann. Oder man kauft billige Liegenschaften, denen man dann eine Wertsteigerung verschafft, z. B. durch Umwidmung, und verkauft sie dann teuer. (Immer kann dabei die Regierung auf verschiedenste Weise behilflich sein). Selten geschieht das alles allerdings ohne Schädigung Dritter. Der Grund dafür kann Überspekulation und daraus folgender Bankrott mit Zahlungseinbußen der Gläubiger sein oder ganz einfach die Übervorteilung des Verkäufers. Von steuerlichen Manipulationen sei hier weiter nicht die Rede. Da entsteht auch die Frage, ob der Staat das alles zulassen soll. Dass manche Reiche immer reicher werden und in der Folge dazu auch die (jedenfalls relative) Armut ansteigt. Und dass viele Geldanleger und Sparer durch Spekulanten geschädigt werden. Und dass zum Nachteil der Allgemeinheit es sich ausgerechnet die Reichen steuerlich richten können. Aber es sind wohl immer gewiefte Spekulanten geschickter und einfallsreicher als Politiker und Beamte, die hier gegensteuern könnten. Ja, das wird wohl immer so sein. Nur gut für den einfachen Bürger und Steuerzahler, dass ihm viele Macheloikes verborgen bleiben und dadurch seine Zuversicht in Recht und Gerechtigkeit und in die Klugheit der Regierenden nicht beeinträchtigt wird.
Peter F. Lang, Wien
Erschienen am So, 5.11.2023
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