Eine hyperaktive Gruppe klebt sich auch bei uns regelmäßig auf den Asphalt. Die Stoßrichtung geht gegen die Autofahrer. Viele Autoren haben sich inzwischen mit der Thematik befasst. Klar beschrieben ist: Derzeit gibt es etwa eine Milliarde Pkw. Aber auf den Meeren fahren etwa 60.000 Frachter, und diese Schiffe stoßen ein Vielfaches an CO2 aus. Die Luftflotten sollen um 20.000 Passagierflugzeuge erweitert werden. In China wird alle 14 Tage ein zusätzliches Kohlekraftwerk in Betrieb genommen. Aber unsere Autofahrer werden drangsaliert. Europa verursacht etwa 10% der Treibhausgase, auf Österreich entfallen davon etwa 0,1%. Für uns in Österreich sind völlig andere Kriterien wichtig. Von Jahr zu Jahr werden die Hochwasser schlimmer. Daher müssen wir auf wirklichen Hochwasserschutz umsteigen. Statt neuer und noch höherer Dämme „Ellenbogenfreiheit“ für die Flüsse. Das heißt, die Flüsse brauchen so wie in Urzeiten kilometerbreite Auwälder, erst weit dahinter Dämme. Denn diese Auwälder binden die Hochwasser wie ein Schwamm und geben das Wasser erst zeitverzögert wieder ab. Das ist übrigens auch für den Grundwasserhaushalt immens wichtig. Das Zweite: Die Bodenversiegelung muss sofort gestoppt werden, und – wo es möglich ist – rückgängig gemacht werden. Die fallweise extremen Niederschläge müssen versickern können. Derzeit rauscht das alles sofort in die Bäche und Flüsse. Das sind in Österreich wirklich notwendige Maßnahmen. Schikanen für Autofahrer sind sinnlos. Und zur Klarheit: Meine Frau und ich haben kein Auto.
Helmut Belanyecz, Wien
Erschienen am So, 10.9.2023
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