Mäßige Lohnabschlüsse, hohe Inflation und die Steuerbelastung werden die Einkommen real auch in den nächsten zwei Jahren bremsen. Erst 2029 sind echte Zuwächse drin. Immerhin dürfte es wieder mehr Jobs und etwas Wirtschaftswachstum geben.
Während die Lebenshaltungskosten ständig klettern, bleiben die Einkommen leider zurück. Dabei sieht es auf dem Papier gar nicht schlecht aus: Nach 3,7 Prozent im Vorjahr werden die Bruttolöhne heuer um weitere 2,4 Prozent und kommendes Jahr gar um 2,9 Prozent zulegen, rechnet das Wifo. Doch schon nach Abzug der Inflation müssen Beschäftigte fürs laufende Jahr ein reales Lohnminus von 0,9 Prozent hinnehmen. Netto sinken die Bezüge sogar um 1,5 Prozent und 2027 nochmals um 0,2 Prozent.
„Lohnminus von 1,5 Prozent ist heftig“
„Das ist schon heftig. Inflation und die Konsolidierung des Budgets fordern ihren Tribut bei den Steuerzahlern“, fasst Wifo-Chef Gabriel Felbermayr nüchtern zusammen. Neben der weiterhin zu hohen Teuerung stiegt nämlich die Steuerbelastung, etwa durch die höhere Lohnsteuer wegen der nur mehr teilweise abgegoltenen „kalten Progression“.
Die Nettolöhne fallen um 1,5%, das ist schon heftig. Inflation und die Budgetkonsolidierung fordern ihren Tribut bei den Steuerzahlern.

Gabriel Felbermayr, Geschäftsführer des Wifo
Bild: APA/HELMUT FOHRINGER
Dazu kommen noch die recht moderaten Lohnabschlüsse der letzten Zeit, die auch jetzt bei den KV-Verhandlungen im Herbst erwartet werden. Folge ist, „dass wir weniger sparen, die Sparquote sinkt deutlich um 1,2 Prozentpunkte, der private Konsum ist das keine Wachstumsstütze“, ergänzt Holger Bonin vom IHS.
Erst 2028/2029 dürften die Brutto-Reallöhne endlich wieder deutlich ansteigen, rechnet das Wifo. Gründe: Die Inflation sollte sich aus heutiger Sicht im Lauf des Jahres 2028 langsam in Richtung zwei Prozent abschwächen. Und es könnten sich wieder höhere Lohnsteigerungen insbesondere in der Industrie sowie im öffentlichen Dienst ausgehen.
Industrie schafft nach drei Jahren Abbau wieder Jobs
Die Industrie erholt sich nämlich langsam. Moderate Lohnkostensteigerungen haben ihre Wettbewerbskraft etwas gestärkt, dazu läuft dank der robusten Weltwirtschaft der Export ganz gut. Erstmals nach drei Jahren Rückgang werden daher 2027 die produzierenden Betriebe wieder mehr Arbeitsplätze anbieten.
Sorgenkind ist jedoch der Bau, der weiter schrumpfen dürfte. Die Wertschöpfung sie dort um ein Viertel gesunken. Felbermayr: „Das ist verheerend. Wir brauchen daher eine Bau-Strategie der Regierung, damit der Wohnbau wieder steigt.“
Insgesamt wird das BIP heuer nach Abzug der Inflation um 0,9 Prozent und kommendes Jahr um 1,3 Prozent wachsen. 2028 sei dann der Höhepunkt bei 1,5 Prozent BIP-Plus zu erwarten.
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