Das freie Wort

Bablers Forderungen und Berechnungen

Andreas Babler will mit der 32-Stunden-Woche das SPÖ-Comeback und eine Regierungsbeteiligung schaffen. Die SPÖ-Forderung – oder ist es nur eine „Babler-Forderung“ –, die Arbeitszeit in den nächsten Jahren auf 32 Wochenstunden zu kürzen, ist allerdings wirtschaftlich kontraproduktiv. Wirtschaftskammerpräsident Mahrer fürchtet bei einer Arbeitszeitverkürzung sogar ein Ansteigen des Arbeitskräftemangels. Der Chef des Gewerkschaftsbundes Katzian hingegen spricht sich einmal mehr für die Verkürzung aus und begründet seine Forderungen damit, dass alle Arbeitszeitverkürzungen in der Geschichte nicht von einem Tag auf den anderen beschlossen worden sind, sondern mit entsprechend langen Übergangsfristen. Er will den arbeitenden Menschen ein Stück Gerechtigkeit zurückgeben – nichts Neues, solche Forderungen waren in der Sozialdemokratie schon präsent. Manche Gegenargumente sind noch immer nicht bis in die Bürgermeisterstube des Gemeindeamtes von Traiskirchen – also der neuen Löwelstraße (© Gerald Grosz) – durchgesickert! Bablers Ausgrenzungspolitik steuert auf eine „Ampel-Koalition“ hin. Laut Umfragen rechnet man mit etwa 20 Prozent SPÖ-Wählern, fast 10 Prozent Grünen und einigen Prozentpunkten KPÖ-Wählern, selbst wenn die Neos mitziehen würden, kommt man auf keine regierungsfähige Mehrheit! In ihrem Leserbrief vom 14. August 2023 hat Frau Dr. Christine Sperl den SP-Chef zum richtigen Rechnen aufgerufen, höhere Mathematik ist damit gar nicht gemeint. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen! Auch wenn die Wirtschaft dagegen ist, kämpft Babler also weiter für die Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich, selbst bei Mangelberufen, wie Alten- und Krankenpflegern, Ärzten, Lehrern, Polizisten, Köchen/Kellnern, Verkäufern etc.! Die Folgen sind ihm anscheinend egal: Die Arbeitszeit betrifft nämlich direkt die Realwirtschaft, denn die Verkürzung bei gleichem Lohn bedeutet eine Verteuerung der Produkte oder aber die Betriebe wandern in Billiglohnländer ab. Letzteres hat man ja durch die horrenden Lohnnebenkosten bereits teilweise geschafft! Jeder SP-Wähler unterstützt indirekt dieses Vorhaben, und was das bedeutet, sieht man bei der Ampel-Regierung in Deutschland. Die letzten drei Jahre mit der grünen Regierungsbeteiligung waren auch bei uns ein Vorgeschmack. Eines ist jedenfalls klar, das Gespann Mahrer-Katzian schafft mit Sicherheit kein Raab-Olah- oder Sallinger-Benya-Abkommen der Sozialpartner! Schließlich darf man nicht vergessen, dass für den Einzelnen und seine Familie mehr Freizeit auch sehr „teuer“ kommen kann! Das sieht man, wenn verlängerte Wochenenden mit Kurzreisen finanziert werden müssen. Übrigens, kennen Sie den berühmten Gewerkschaftswitz mit der Rede eines Funktionärs: „Liebe Kollegen, wir werden kämpfen, bis wir nur noch von Montag bis Donnerstag arbeiten müssen, dann werden wir kämpfen, bis wir nur noch von Montag bis Mittwoch arbeiten müssen, und dann müssen wir weiterkämpfen, bis wir nur noch am Mittwoch arbeiten müssen!“ Ruft ein Zuhörer von ganz hinten nach vor: „Was, jeden Mittwoch?“

Mag. Anton Bürger, per E-Mail

Erschienen am Fr, 18.8.2023

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