Das freie Wort

Waffen in den USA

Das wie vielte Schulmassaker, bei dem verrückte Einzelgänger Unschuldige abknallen, haben wir gerade wieder erlebt? Die Bilder danach sind herzzerreißend – um ihre toten Kinder weinende Eltern und Mitschüler, weihevolle Reden von Politikern und . ja, was und? Nichts. Es werden danach keine Gesetze geändert, weil die Republikanische Partei der NRA (National Rifle Association) auf ewig hörig ist und derartige Initiativen im Kongress immer blockiert. Es werden weiterhin Kriegswaffen an Wahnsinnige ohne weitere Prüfung verkauft, und die immer nach solchen Massakern beginnenden öffentlichen Debatten enden stets im Nirvana. Und schon bereitet sich der nächste „einsame Wolf“ auf den vermeintlich größten Auftritt seines Lebens vor. Und wieder werden dann unschuldige Kinder und Lehrkräfte zu Tode kommen und Eltern und Mitschüler weinen. Warum das in den USA so sein muss? Weil sich viele US-Bürgerinnen und Bürger einfach nicht von dem Gedanken lösen können, immer und überall bewaffnet sein zu müssen. Das ist ein zivilisatorisches Problem, das noch aus der Zeit stammt, als man sich tagtäglich Schießereien in den Saloons und mit Indianern lieferte und stets meinte, dabei im Recht gewesen zu sein. Niemand ist im Recht, wenn Unschuldige so leicht wie in den USA ermordet werden können. Und niemand auf politischer Ebene hat das Recht, nach Massakern wie demjenigen in Texas einfach wieder so zu tun, als sei nichts passiert. Amerika wird begreifen müssen, dass sich nicht immer alles ums Geschäft drehen kann und dass Kriegswaffen in Zukunft einzig und allein im Besitz der Armee sein dürfen.

Martin Krämer, per E-Mail

Erschienen am Mo, 30.5.2022

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