Unter „Walküre“-Tönen lässt der 82-jährige Schüttmeister Hermann Nitsch die Bayreuther Festspielbühne in ein Atelier verwandeln. Leere Leinwand ist meterhoch aufgespannt. Die schwarz gekleideten Walküren stehen im Vordergrund, dahinter werken die Nitsch-Jünger. Für das Publikum unsichtbar, gibt der Altmeister über Mikrofon Anweisungen an die Jung-Aktionisten. So erlebt Bayreuth eine Farbschlacht der Sonderklasse. Die Helfer schütten kübelweise Acrylfarbe herum. Das Aufschlagen der Flüssigkeit erfolgt mit lautem Platsch. Im Wettstreit dazu stehen Pianoklänge. Auch von den Wänden rinnt Farbe runter: zuerst Grün, dann Rot und schließlich Gelb. Mehr als 1000 (!) Liter. Am Ende folgt die Ernüchterung: Für die Sänger gibt es Applaus. Die Farbenverschwender hingegen ernten Buhrufe.
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