Das freie Wort

Festspiele: nicht „Jedermanns“ Sache

Wenn ich die Reaktionen der „Krone“-Leserbriefschreiber mit den Interviews des Premierenpublikums im Fernsehen am Montag zum neuen „Jedermann“ vergleiche, dann könnte man meinen, es ist nicht vom gleichen Stück die Rede. Entweder sind die Nörgler nur Kulturbanausen und verstehen rein gar nichts von moderner Inszenierung, oder sie sind beleidigt, weil sie keine Karten bekommen haben, oder die Lobhudeleien des Premierenpublikums, dass dies der beste „Jedermann“ gewesen sei, den sie je gesehen haben (wenn sie nur den gesehen haben, dann stimmt das sogar), beruhen auf der Tatsache, dass niemand gerne zugibt, dass man ihm für sein gutes Geld gerade den größten Schmarren in der Geschichte der Salzburger Festspiele angedreht hat.

Gerhard Hintermeier, St. Pölten

Erschienen am Do, 22.7.2021

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