Allen heimischen Unkenrufern zum Trotz, die sich vermutlich riesig über drei Debakel in den Gruppenspielen gefreut hätten, ist unser Team gegen die Ukraine über sich hinausgewachsen und hat vom Anpfiff weg Dominanz signalisiert. Man wollte einfach den Sieg mehr als der Gegner, dem schon ein Remis für den Aufstieg genügt hätte. Auch den erstmals getragenen rot-weiß-roten Dress hat man als Wohltat für die Augen empfunden: Das Türkis der Hosen und Stutzen wirkte auch auf mich wie eine giftige Tinktur. Mit hoher Laufbereitschaft, Kampfgeist und Leidenschaft bei jedem Einzelnen sind wir sogar gegen die insgesamt natürlich überragenden Italiener nicht völlig chancenlos! Vor allem ist der psychologische Vorteil aufseiten der Foda-Truppe: Wenn sie verliert, wäre das normal. Passiert das den Italienern, wäre das DIE Sensation der EM. Zumal ihre Medien im Vorlauf zu diesem Turnier Österreich zu den „drei schlechtesten“ Teilnehmern zählten. Einerseits spricht die lange Siegesserie (seit drei Jahren in 30 Matches ungeschlagen) für die „Blaue Schwadron“. Andererseits hat noch nie eine Siegesserie ewig gehalten! Ungarn war zwischen 1950 und 1954 ebenfalls unbesiegt. Doch ausgerechnet im WM-Finale gegen Deutschland setzte es ein völlig unerwartetes 2:3! Oft sind es gerade krasse Außenseiter, denen ein solches Kunststück gelingt. Also eigentlich genau das Richtige für Alaba & Co.!
Helmut Magnana, Wien
Erschienen am Do, 24.6.2021
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