Das freie Wort

Einreisesperre für Auslandsösterreicher?

Es ist natürlich nachvollziehbar, dass die Bundesregierung verhindern möchte, dass Gastarbeiter und Menschen mit migrantischen Wurzeln Infektionen aus Nicht-EU-Ländern hereintragen, die schlechtere Inzidenzen als Österreich aufweisen. Für unverhältnismäßig halte ich es jedoch, dass auch Auslandsösterreicher nun mit einer Quasi-Einreisesperre belegt werden sollen, die aus EU-Ländern, die aktuell eine günstigere epidemiologische Entwicklung als Österreich haben, einreisen und hier über die Feiertage bei ihren Familien bleiben möchten. Hier muss, wie in Deutschland, eine Ausnahme für jene gemacht werden, die Verwandte ersten Grades besuchen. Ist es zudem nicht widersprüchlich, dass wir uns möglichst zahlreich nicht unumstrittenen Schnelltests stellen sollen, jedoch an der Grenze vorgelegte negative PCR-Befunde nun plötzlich nicht mehr anerkannt werden sollen? Der Kanzler argumentierte diesbezüglich in der „ZIB 2“, dass ein Test ja nur eine Momentaufnahme sei. Richtig! Aber was ist da bei einem „Austro-Antigentest“ jetzt plötzlich um so vieles anders als bei einem PCR-Attest aus Deutschland oder Italien?

Florian Stadler, Aschach/Donau

Erschienen am Mi, 9.12.2020

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