Das freie Wort

Bauernopfer

Zwei Artikel in der „Krone“ vom Sonntag sollten alle nach wie vor EU-Verliebten keinesfalls versäumen. In einem geht es um das durch die Wertegemeinschaft produzierte Überangebot an Billigwaren und den damit verbundenen Preisverfall bei Fleisch und anderen Agrarprodukten. Das damit einhergehende Tierleid durch katastrophale Tierhaltung bis zum Herumkarren unschuldiger Kälber durch ganz Europa wird dabei nach wie vor billigend in Kauf genommen, nur weil das Schlachten dieser gequälten Kreaturen irgendwo in Europa ein paar Cent billiger ist. Im anderen geht es um das Schicksal des steirischen Bauern Christian Bachler, der sich mutig mit allen erdenklichen Mitteln gegen dieses System wehrt, das den kleinen und mittleren Bauernstand immer mehr in die Abhängigkeit von Landwirtschaftskammer und Banken treibt. Durch eine beispielgebende Hilfsaktion der Bevölkerung konnte dieser Bauer gerettet werden, der vielen Unwissenden unserer profitgetriebenen Konsumgesellschaft eindrucksvoll die Missstände dieses Systems erklärt, in dem bewusst nur die Großen gefördert werden und kleine Bauern unweigerlich auf der Strecke bleiben müssen. Nahezu heuchlerisch wird dem Endverbraucher dann am Abend im Fernsehen mit einem rosa Schweinderl die heile Bauernwelt vorgegaukelt. Der Ursprung all dieser Missstände findet sich natürlich wieder einmal bei den EU-Gesetzen, die diesen Importwahnsinn von Billigfleisch noch fördern und damit die letzten kleinen und mittleren Landwirtschaften ruinieren. In diesem Kontext bekommt das Wort Bauernopfer aus dem königlichen Brettspiel eine völlig neue Bedeutung.

Alexander Neumann, Grünbach am Schneeberg

Erschienen am Di, 8.12.2020

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