Das freie Wort

Skisaison unter Corona

In Österreich hängen zweifelsfrei viele Arbeitsplätze am Tourismus, zwischenzeitlich wohl zu viele. Nicht umsonst wird allseits um die kommende Wintersaison gebangt, wo es mit Sicherheit keine großen Menschenansammlungen auf engem Raum samt internationaler Durchmischung geben sollte. Dabei ginge vieles vermutlich recht einfach, würde man nur mit etwas mehr Vernunft anstatt Kommerz an die Sache herangehen und sich auf den eigentlichen Zweck der Sportausübung in freier Natur rückbesinnen. Dafür braucht es keine Vier-Sterne-Restaurants auf 3000 m Seehöhe mit Panoramablick, Skiopenings mit lärmenden Events auf 2000 m Höhe, Schatzsuche im Schnee, kein Ballermann-Après-Ski und überfüllte Schirmbars mit stumpfsinniger Einheits-Gaudimusik. „Tourismus mit Vernunft“ kontra „Geldmachen, koste es, was es wolle“ ist eben nicht das Gleiche. Wenn es hier ein Gesundschrumpfen gäbe, täte es uns vermutlich allen gut (ganz abgesehen von Klima und Natur), und es würde uns Österreichern vielleicht auch wieder mehr Freude machen, auf den eigenen Bergen Ski fahren zu gehen – aber eben ohne das gekünstelte und teils schon abstoßende „Drumherum-Tamtam“.

DI Michael Handl, Salzburg

Erschienen am Sa, 3.10.2020

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