Das freie Wort

Worst-Case-Szenario

Die türkische Regierung in Ankara hat angekündigt, dass sie die Migranten auf ihrem Weg nach Europa nicht mehr aufhalten werde. Für die Kriegsführung gegen Syrien braucht die Türkei nicht nur AWACS-Flugzeuge von der NATO, sondern auch Geld von der EU. Folgendes Worst-Case-Szenario könnte künftig in ähnlicher Form eine Herausforderung für die EU darstellen: Zehntausende unbekannte Migranten überwinden die EU-Außengrenze illegal und streben über die Balkanroute nach Mitteleuropa. Das Coronavirus verbreitet sich in Europa rasch in einzelnen Gebiete und auch auf dem Balkan gibt es infizierte Menschen. Niemand weiß, ob unter den Migranten IS-Sympathisanten oder an dem Coronavirus erkrankte Menschen sind, eine schwierige Aufgabe für die Behörden. Nicht zu unterschätzen ist, dass das Coronavirus auch aus dem Iran nach Afghanistan und in den Nahen Osten getragen werden könnte. Damit der beschriebene Worst Case nicht eintritt, ist der effektive Schutz der EU-Außengrenze so wichtig. Mittelfristig wäre die Bekämpfung der Fluchtursachen vor Ort eine nachhaltige Aufgabe der EU. Hierzu bräuchte es jedoch politischen Willen mit Durchsetzungsvermögen.

Oberst i. R. Kurt Gärtner, Wels

Erschienen am Mi, 4.3.2020

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