Das freie Wort

Positive Bilanz 2019

Ein überaus bewegtes Jahr geht zu Ende, und es lohnt sich, nicht nur eine persönliche Bilanz zu ziehen. Im Rückblick betrachtet, ist das abgelaufene Jahr geprägt von Skandalen, kaum vorstellbaren politischen Veränderungen und internationalen Krisen. So mancher ist verunsichert oder enttäuscht und hat sich in sich selbst zurückgezogen, wo nach Halt und Sinn gesucht wird. Doch bei allen Auf und Abs sollte uns ein ehrlicher Blick auf das abgelaufene Jahr zu einer überaus erfreulichen Bilanz führen. Nach dem spektakulären Ende der Regierungskoalition durften wir einen unaufgeregten Bundespräsidenten erleben, der die vermeintliche Staatskrise überaus gelassen und sicher abarbeitete. Die von ihm eingesetzte Expertenregierung führt seither die Republikgeschäfte wohltuend unaufgeregt und höchst professionell. Erstmalig hat unser Land eine Bundeskanzlerin, die auch international höchste Reputation genießt. Die Wahlen, sei es zum Europäischen Parlament, zum Nationalrat oder in den Landtagen, brachten so manche höhst überraschende Wählerbewegung. Jedoch trotz sehr intensiver, nicht gerade fein geführter Wahlkämpfe blieben gewalttätige Auseinandersetzungen auf der Straße, wie in anderen Ländern alltäglich, aus. Beabsichtigte Gesetzesänderungen, die nicht mit der Bundesverfassung im Einklang stehen, wurden, wenn auch zum Missfallen der Initiatoren, durch die obersten Organe des Rechtsstaates aufgehoben und sind Beweis für das Funktionieren der Justiz. Die Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer neuen Regierung laufen zwar überaus langsam und nahezu unbemerkt, was natürlich den von Schlagzeilen lebenden Medien nicht gefällt. Die Chancen, dass unser Land künftig durch eine bisher kaum für machbar gehaltene Regierungskoalition geführt wird, stehen gut und werden neue politische Ideen und erfrischende Denkweisen bringen. Das Thema der Zeit, Klima- und Umweltschutz, ist in diesem Jahr auch bei uns endlich im Bewusstsein der Menschen angekommen, und vor allem die Jugend engagiert sich höchst aktiv und will die Zukunft mitgestalten. Unser Land hat wieder einen Nobelpreisträger. Auch wenn dessen Werke und Aussagen polarisieren, ist diese Auszeichnung höchst erfreulich und bestätigt unser Land als Kulturnation. Trotz aller aktuellen und bevorstehenden Herausforderungen und Problemstellungen, die uns alltäglich beschäftigen und Sorgen bereiten, dürfen wir mit Stolz und Freude auf unser Land und auf unsere Gemeinschaft blicken und uns auch ehrlich freuen, in einem der reichsten, sichersten und schönsten Länder der Welt leben zu dürfen. Erlauben wir uns daher einmal voller Freude, das Schöne zu sehen und dem Negativen und Beschwerlichen für einige Tage eine Absage zu erteilen.

Franz Peer, Linz

Erschienen am Fr, 27.12.2019

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