Wie Michael Jeannée in seiner Kolumne wieder einmal hervorragend formuliert hat, sollte unser nun immer schrulliger werdende Ex-Bundespräsident schön langsam wirklich in Pension gehen. Nachdem er schon in seiner Amtszeit ellenlange Sätze formulierte, die am Ende ziemlich wenig aussagten und, vorsichtig ausgedrückt, sehr großen Interpretationsspielraum ließen, hat er aber nun in Sachen „politische Flexibilität“ den Vogel abgeschossen. Spielte er vor Kurzem noch, sicher nicht honorarfrei, den Koordinator für das Gedenkjahr 2018, wo Millionen getöteter Juden gedacht wurde, hält er nun die Eröffnungsrede im König-Abdullah-Zentrum zum Thema „Hassrede und Hetze“. Dieses Zentrum, bekanntlich von Saudi-Arabien finanziert, wird schon lange von allen politischen Kräften Österreichs sehr kritisch gesehen, und die Schließung sollte eigentlich nur noch Formsache sein. Finanziert von jenem Saudi-Arabien, wo die größten Menschenrechtsverletzungen – bis zur Beteiligung von Kronprinz Mohammed bin Salman an der „Hinrichtung“ eines Journalisten – an der Tagesordnung stehen. Finanziert von jenem Saudi-Arabien, das bis heute die Existenz Israels diplomatisch nicht anerkennt. Diese „Flexibilität“ ist wirklich widerlich, Herr Fischer.
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