Erschütternd der Bericht der „Krone“ vom 2. Oktober über den Taubenmord in Malta. Uneinsichtigkeit, Unwissen und die Gier nach dem Genuss, einen Vogel zu braten und zu verzehren, führen in den südlichen EU-Staaten immer noch zu regelmäßigen Tiermassakern ungeahnten Ausmaßes. Es reicht offenbar noch nicht, dass die Vogelpopulationen insgesamt rasant abnehmen, weil deren Hauptnahrung – die Insekten – infolge der in Europa industriell betriebenen, extrem geförderten Landwirtschaft durch regelmäßigen Gifteinsatz kontinuierlich eliminiert wird. Nein, da müssen noch extra volksfestartige Vogeljagden inszeniert werden, um einer angeblich alten, vollkommen unzeitgemäßen Tradition Folge zu leisten. Wieder einmal sägt eine pathologisch uneinsichtige Spezies namens Mensch munter weiter am eigenen Ast – ohne darüber nachzudenken, dass dieser Ast bald brechen und sie selbst unkontrollierbar in die Tiefe stürzen wird.
Martin Krämer, per E-Mail
Erschienen am Mi, 3.10.2018
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