Nach beinahe fünf Jahren Krieg in der Ukraine könnte Bewegung in die verfahrene Situation kommen. Russlands Präsident Wladimir Putin scheint bereit, über die Beendigung seiner militärischen Spezialoperation in der Ukraine zu reden. Ein sehr erfreulicher Lichtblick, der hoffentlich wirklich zum Ende dieses Krieges führt. Leider werden die notwendigen Verhandlungen darüber ohne die Ukraine und Europa geführt. Russland, China und die USA wollen Gespräche, die Ukraine und Europa werden nicht dabei sein. Putin, Trump und Xi Jinping verhandeln über die Zukunft eines großen, souveränen Landes, ohne dessen Vertreter einzubinden. Russland wird große Teile der Ukraine beanspruchen und auch bekommen, die vorhandenen Rohstoffe werden sich die drei Großmächte aufteilen. Die Ukraine wird sich fragen, wozu fünf Jahre lang Krieg mit vielen Toten, extremen Zerstörungen und unsäglichem Leid geführt wurde, wenn sich nun diese drei Machtmenschen das Land nehmen und seiner selbstbestimmten Zukunft berauben. Auch Europa muss hilflos zusehen. Trotz enormer Anstrengungen, die Ukraine in der Bewahrung ihrer Souveränität zu unterstützen, scheint alles vergebens. Doch es wird, wenn überhaupt, ein brüchiger Frieden. Der offene Krieg wird in den Untergrund verlagert und, wenn auch begrenzt, weitergeführt werden. Die Ukraine wird sich gegen ihre Aufteilung und Ausbeutung wehren. Die Region bleibt Krisengebiet. Europa wird weiterhin einen überaus brisanten Krisenherd in unmittelbarer Nachbarschaft haben.
Franz Peer, Linz
Erschienen am Mi, 21.10.2026
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