Die Türkei erfreut sich also alter Beliebtheit, zumindest bei Touristen. Selbst im Land am Bosporus ist man förmlich von den Socken über die nahezu explodierenden Buchungszahlen für die Saison 2018, vor allem aus Deutschland. Selbst die Türken wundern sich über ihre wieder rasant steigende Beliebtheit als Urlaubsdestination. Denn im Land selbst hat sich ja nichts geändert oder verändert. Eine völlig unerklärliche, weil unverdiente Beliebtheit also. Der Machthaber und Unterdrücker heißt noch immer Erdoğan. Journalisten sitzen noch immer als „Terrorverdächtige“ in türkischen Gefängnissen und warten auf einen unfairen Prozess. Erdoğan-Kritiker werden noch immer rücksichtslos gejagt, verschleppt oder verhaftet. Das Land entfernt sich politisch und menschenrechtlich immer schneller von Europa. Das die Zeiten der terroristischen Anschläge vorbei sind, muss massiv bezweifelt werden. Und auch spätestens durch das Eingreifen in Syrien, inklusive ungebremster Kurden-Verfolgung, hat sich die Türkei auch militärisch immer mehr in ein Pulverfass verwandelt. Dass so ein Land auf der Liste der Wunsch- und Traumurlaubsziele wieder ganz weit vorne steht, hat natürlich weder was mit Logik noch mit Vernunft zu tun. Die Begründung hat leider viel mehr mit der Vergesslichkeit und Naivität der Menschen zu tun. Ganz nach dem Motto, nichts interessiert uns so wenig wie Politik, Krisenherde und Terror. Kaum ist ein Land ein paar Wochen aus den negativen Schlagzeilen, nur weil Medien so tun, als wäre alles wieder in Ordnung, oder Minister sich wieder umarmen und lächelnd die Hände geben, kann die menschliche Naivität schon wieder neue, ungeahnte Höhen erklimmen. Es wird immer Menschen geben, die es als „Urlaub“ bezeichnen, wenn sie in Ländern mit Gefahren und Risiken ihre angeblich schönste Zeit des Jahres verbringen. Es wird immer Menschen geben, die in Ländern wie der Türkei, Ägypten oder Tunesien ihren Urlaub genießen, weil es so günstig ist und das Wetter oft passt. Dumm und naiv geht die Welt vor die Hunde. Diese Sorte Mensch darf sich von anderen nur kein Mitleid und von ihrem Heimatland keine Hilfe erwarten, wenn ihnen „völlig überraschend“ eines Tages in ihren Wunschdestinationen doch etwas zustößt. Schließlich darf Naivität und Dummheit niemals belohnt werden!
Christian Stafflinger, Linz
Erschienen am Do, 29.3.2018
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